Wildschweine in meinem Kopf

Mein Feind ist widerborstig, gibt nur blöde Grunzlaute von sich und zu allem Übel stinkt er wie Sau. Und er wohnt direkt in meinem Kopf.

Das wurde mir klar, als ich vor ein paar Wochen einen Rückfall hatte. Erst wollte ich es gar nicht wahrhaben – so wie gestern, als ich einen Spaziergang bei schönstem Sonnenschein machte und auf abschüssigem Terrain auf jeder Menge Eicheln ausrutschte – sie funktionierten wie kleine Transporteurchen unter mir; jede einzelne begann unter meinem Gewicht nach unten zu rollen und ich rutschte einfach mit. Während ich fiel – kennt Ihr das? – gab es diese eine Millisekunde, in der ich mich fragte: „Echt jetzt? Du fällst doch nicht wirklich?“ – und genauso war es auch mit diesem Rückfall, als ich zwar Halsschmerzen hatte, aber der Schnupfen ausblieb (typisch!), ich dafür aber so unglaublich erschöpft war, dass ich zwischen Bankbesuch, Post und Supermarkt jeweils 10 Minuten ins Auto sitzen und mich ausruhen musste. Dazu kamen diese speziellen Kopf- und Rückenschmerzen… „Echt jetzt? Du hast doch nicht wirklich einen Rückfall?“

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Ich hatte gedacht, dass mich das nie wieder einholen würde. Ein halbes Jahr lang war ich praktisch ME/CFS – symptomfrei, musste halt noch körperliche Kraft und Nerven aufholen, kämpfte dauernd mit allen Arten von Entzündungen und Infekten, aber ansonsten… Auch wenn die Symptome nach ca. zwei Wochen wieder vorbeigingen und sie auch nicht besonders ausgeprägt waren – ich war und blieb frustriert darüber. Eigentlich abgrundtief frustriert. Und dieses Gefühl ging überhaupt nicht mehr weg, was mich noch mehr nervte.

Bis ich anfing, den Stimmen in meinem Kopf Gehör zu schenken. Jeder hat ja verschiedene Stimmen im Kopf, ängstliche und mutige, frohe und trübsinnige, wütende und besänftigende – mal gewinnen die einen, mal die anderen die Oberhand, je nach Situation und Gewohnheit. Irgendwann stellte ich mithilfe meiner Verhaltenstherapeutin fest: Es sind die abwertenden Stimmen, die sich gerade lautstark melden: „Mann, wie blöd kann man sein! Wieso hast du das nicht kommen sehen, wieso tappst du immer in die gleiche Falle?? Du mit deiner dummen Sensibilität, du bist ja gar nicht lebensfähig…“, etc., etc. . Richtig, richtig miese Stimmen – bis die Therapeutin sagte: „So sind Sie nicht auf die Welt gekommen. Kein Kind spricht so über sich. Diese Stimmen musste man erst in Sie einpflanzen.“

Diese Aussage hat mir unglaublich gut getan. In diesem Moment spürte ich: In mir ist ein lebendiger, unversehrter, gesunder Kern, der schon immer da war, vor aller Zeit, aus dem ich es fließen lassen kann. Und diese Abwerter im Kopf, die sich wie Wildschweine unter aller Sau benehmen – denen glaube ich ab heute nicht mehr!! Als ob es nicht schwer genug wäre – dann kommen die auch noch daher, verbreiten ihre schlechte Laune und ihren üblen Geruch! Die haben ab jetzt hier kein Habitat mehr! „Haut ab, ihr blöden Schweine! Stinkt woanders herum!! Ich kann auf euch verzichten!!“

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Es ging mir so viel besser danach. Richtig erleichtert fühlte ich mich, befreit wie lange nicht mehr. Und dann kam ein anderes Gefühl hervor, das sich hinter dem Frust verborgen hatte, so dass ich es gar nicht spüren konnte – die Traurigkeit. Ich war auch unglaublich traurig darüber, dass sich mein Heilungsprozess nun wieder verzögert. Gupta sagt ja, und bisher hat er in allem Recht behalten, dass man erst ein halbes bis ein ganzes Jahr sich richtig fit fühlen sollte, bevor man wieder einen stressigen Job annimmt. Nun verschiebt sich wieder alles nach hinten. Das machte mich sehr traurig. Und zeitweise ängstlich: „Was, wenn es nie mehr wird?“

Und jetzt? Akzeptier ich’s halt. Kann jetzt eh nichts mehr dran ändern.

Nur immer besser lernen auf mich aufzupassen. Mein Glaube daran, dass ich wieder zu 100% gesund werde, ist zurück – dieser kleine Rückfall ist etwas ganz Normales! Ich sollte mich viel mehr dafür loben, wie selten mir das passiert und sehen, wie lang der Genesungsweg ist, den ich schon gegangen bin. Es ist ein anstrengender Weg, Rückschläge sind normal. Aber ich kann wieder joggen gehen, meinen Haushalt machen, wandern, Rad fahren, tanzen!! Und das, nachdem ich ein Dreivierteljahr lang praktisch bettlägerig war! Das ist eine Leistung und ein Wunder gleichermaßen, ich bin so dankbar dafür. Und auch dafür, dass ich wieder Waldspaziergänge machen kann, die ich so liebe… Und wenn ich da mal ein Wildschwein treffen sollte, ich erwürg´s mit meinen bloßen Händen, ich schwör.

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Das Spaßprogramm für heute besteht aus einer einzigen Übung: Stellt Euch doch mal hin, wenn Ihr mögt, jetzt gleich, aufrecht, auf Zehenspitzen, hebt die Hände nach oben, so weit wie´s geht und versucht zu lächeln – falls das nicht geht, einfach die Lippen auseinander ziehen, auch wenn sich das total doof erstmal anfühlt.

Na, wie war´ s?

Die aufrechte Haltung und das Lächeln soll gegen schlechte Laune helfen! Das Gehirn denkt: „Oh, schön, Siegerpose – wir müssen was gewonnen haben! Glückshormonausschüttung hochfahren, bitte!“ Und so hilft´s auch gegen saublöde, widerborstige Stimmen im Kopf…

Liebe Leser und Leserinnen – kennt Ihr solche Stimmen auch? Oder gar nicht? Was tut Ihr dagegen, falls ja? Das wäre sehr spannend zu hören – danke schon mal!

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Das heutige Zitat ist ziemlich lang, aber dafür umso schöner… Ich habe es von meiner lieben Tochter, die es von einer Freundin hat, der wiederum es von ihrem Musiklehrer gegeben wurde…

Man muss den Dingen die eigene,

stille, ungestörte Entwicklung lassen,

die tief von innen kommt

und durch nichts gedrängt oder

beschleunigt werden kann,

alles ist austragen und dann gebären.

Reifen, wie der Baum, der seine Säfte

nicht drängt und getrost in den Stürmen

des Frühlings steht. Ohne Angst, dass

dahinter kein Sommer kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,

die da sind, als ob die Ewigkeit vor

ihnen läge, so sorglos, still und weit.

Man muss Geduld haben,

mit dem Ungelösten im Herzen und versuchen

die Fragen selber lieb zu haben, wie

verschlossene Stuben und wie Bücher, die

in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.

Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht,

allmählich, ohne es zu merken, eines

fremden Tages, in die Antworten hinein.

– Rainer Maria Rilke –

 

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Habt und macht es ganz gut, Ihr Lieben!

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„Mein Magen traut sich das!“

In mir ist ein großes schwarzes Loch, ein Strudel, der sich nach innen schraubt, vom Magen ausgehend, immer weiter und weiter, und weil er so unbarmherzig schraubt und schraubt, tut nicht nur der Magen weh, sondern auch die Arme und die Beine – und der Kopf. Aua. Nicht schön. Ich kenne dieses Gefühl schon von früher, vor ME/CFS – Magenschleimhautentzündung. Irgendwie hört es einfach nicht auf, jede Woche kommt etwas Neues zu meinen zahlreichen Wehwehchen dazu, so dass ich jetzt schon lachen muss, wenn sich wieder etwas meldet… und dann bin ich wieder total frustriert. Ich wäre so gerne einfach mal wieder gesund.
Dann liege ich bei meiner Heilpraktikerin mit dem schönen Namen Frau Lux („Lux = Licht“ – sie heißt tatsächlich so!) auf dem Schragen und mit ihren magischen Händen berührt sie einen bestimmten Punkt an meinem Bein – und mir fällt es wie Schuppen von den Augen: Nein, ich habe nicht nur zu anhaltend meinen Bauch eingezogen, wie ich mir einreden wollte – das große Loch darinnen kommt daher, dass ich gar nicht wahrnehmen wollte, wie weh es tut, dass vor kurzem nicht nur meine Tochter, sondern jetzt auch noch mein jüngster Sohn ausgezogen ist. Montag ist er ausgezogen, Mittwoch war ich krank. War ein bisschen viel auf einmal und ich wollte es einfach gar nicht spüren, aber so läuft das nicht im Leben. Das lerne ich wieder einmal.

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Wenn ich an ihn denke, sehe ich ihn am Esstisch sitzen, freundlich lächelnd mit gebeugtem Kopf, das Gesicht fast verborgen unter einer Mähne aus dunkelbraunem Haar – er hat überschulterlanges Haar, stark gelockt, das ihm aber irgendwann einfach über den Kopf gewachsen ist – zumindest ist das die mütterliche Interpretation: Er hat vor über einem Jahr aufgehört es zu kämmen und daher ist sein Haupt zu einem einzigen Rastazopf geworden – flächendeckend, von einem Ohr zum anderen, von der Stirn bis über den Nacken. In der Abizeitung wurde ihm die Auszeichnung „Kreativste Haarpracht“ zuteil… Kritik oder erstaunte Blicke jucken ihn da aber gar nicht – er bleibt, wie immer, die Ruhe selbst – nach außen zumindest… Und deswegen will ihn auch gerne jeder dabei haben, wenn es um Umzüge, Einkaufen oder ähnliche praktische Dinge geht, die gerne mal in Stress ausarten – weil er einfach durch seine gutgelaunte, hilfsbereite Art eine so freundliche, beruhigende Präsenz hat.

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Bei Familienfesten sagt er kaum etwas, es sei denn, er wird gefragt. Dann antwortet er bereitwillig, wortgewandt und oft witzig – mit einer unglaublichen Bassstimme, hinter der man einen 120-Kilo-Hünen vermuten würde, dabei wiegt er nicht einmal die Hälfte – und freundlich, so wie das seine Art ist. Schon als Baby hat er immer so speziell nett gelächelt, wenn ich an sein Bettchen kam, auch wenn er vorher geschrien hatte – und geschrien hat er viel, meine Güte, es graust mich, wenn ich an sein erstes Jahr zurückdenke. Er war das, was man als „Schreikind“ bezeichnet, wobei ihn ja nicht die geringste Schuld trifft, das war mir immer klar. Ich erinnere mich sehr gut, dass ich ihn an einem heißen Sommertag auf dem Arm hatte, in „Fliegerleposition“, mit meiner Hand unter seinem Bauch – als ob das jemals etwas gegen dieses vermaledeite Bauchweh genützt hätte – und uns im Spiegel betrachtete: Er hatte damals nur einen kleinen Haarkranz, dazu einen ausgeprägten Specknacken – und er schrie und schrie, wie ein verzweifelter kleiner alter Mann. „Was wird nur aus dir, mein Kind?“, dachte ich damals, selbst total verzweifelt – und müde, oh, so müde… „Alles wird gut!!“, könnte ich heute meinem jüngeren Selbst zurufen, „ja, es ist kaum auszuhalten, für euch beide, aber warte nur – aus diesem Kind wird der süßeste Lockenkopf mit wunderschönen blauen Augen, der dir noch so viel Freude bereiten wird! Halte durch! Es lohnt sich!“

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Und tatsächlich: Irgendwann konnte ich ihn auf die Arbeitsplatte in der Küche setzen und dann begann das gute Leben: Er interessierte sich für alles, was es da zu tun gab, schnippelte mit zwei Jahren seine erste Gurke mit einem richtigen Messer – es ist nie etwas passiert! – roch begeistert an den Gewürzen, die ich ihm unter sein feines Näschen hielt – Zimt, Curry, Kardamom – und überraschte uns, als er vier Jahre alt war, mit seinem ersten völlig allein und selbstständig hergestellten Pfannkuchen! Und heute? Wenn man will, dass die Salatsoße richtig gut wird, dann muss man sie ihn machen lassen. Er hat einen ausgeprägt guten Geschmacksinn und auch einen Sinn für Details beim Kochen… Und es gibt tatsächlich eine Sache, die ihm so richtig, aber wirklich richtig, seine ansonsten gute Laune verderben kann: schlechtes, lieblos zubereitetes Essen!

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Die ganze Nachbarschaft hier hat große Hoffnungen auf ihn gesetzt, dass er Sternekoch werden und uns alle verwöhnen würde, aber er hat eine noch größere Leidenschaft: Maschinen. Auch das war von Anfang an klar, als er zum Beispiel zu seinem 2. Geburtstag auf Korsika eine Playmobil-Müllabfuhr geschenkt bekam und er die ganze Heimreise über dieses Müllauto wie ein Heiligtum auf seinen Knien hielt. Durch ihn habe ich sämtliche Landmaschinen kennengelernt – wusstet ihr, dass es Maishäcksler und Kartoffelroder gibt??
Keines meiner Kinder hat die Schule zeitweise so gehasst wie er, dabei war er ein ganz guter Schüler – es gab später sogar eine Belobigung beim Abitur – trotzdem, als Zehnjähriger fand er:

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Jetzt wird er also Mechatroniker, da gibt es genügend Maschinen in seinem Leben… „Mama, ich will jetzt endlich mal was mit meinen Händen arbeiten!“, hat er nach dem Abi zu mir gesagt. Bestimmt hat er dabei ähnliche Erfolgserlebnisse wie immer an Weihnachten, wenn er und seine Kumpels, die einen Landrover fahren, im Wald eine 20 m-Tanne fällten und dann im Schulhof aufstellten als Weihnachtsbaum… oder wenn sie freudig alte Kühlschränke ausmisteten und auf den Wertstoffhof warfen… oder, wie letztens, viele, viele Kilo Pflaumen im Garten eines Freundes ernteten, um Mitternacht, mit Autoscheinwerfern und Baulampen als Beleuchtung, bis ein Nachbar kam und fragte: „Klauet Ihr da etwa??“

Es ist alles gut. Er ist glücklich mit dem, was er tut und genau so soll es sein. Nur ein kleines, dummes Mutterherz will seine Babys nicht so schnell ziehen lassen – 18 Jahre, was ist das schon?? Ein Wimpernschlag!! Aber vorerst kommt er jedes Wochenende heim und das ist prima – und weil da auch die anderen gerne kommen, ist die Bude voll und das freut die Eltern – und ganz ehrlich: Vormittage, ganz allein zu Hause verbracht, an deren Ende keiner ein Mittagessen von einem erwartet, haben doch auch viel für sich…. also, wie gesagt: alles ist gut. Und der Magen ist auch schon viel, viel besser. Aber dieses Hinschauen und Hinspüren und alte Fotoalben angucken und die Bücher, in denen ich aufgeschrieben habe, was die Kinder so gesagt und gemacht haben, als sie klein waren – das hat es dazu gebraucht. Den Schmerz wahrzunehmen, damit man ihn loslassen kann. Damit er kein schwarzes Loch mehr in den Bauch macht.

Ein Baum lässt seine Früchte los, wenn sie reif sind; ein Vater seine Kinder, wenn sie groß sind.
Antoine de Rivarol (1753 – 1801)

Dieses Zitat, das natürlich auch für Mütter gilt!, berührt mich – wahrscheinlich, weil unser Apfelbaum dieses Jahr mit seinem Jahrhundertsommer so viele, rote, süße und saftige Früchte wie noch gar nie trägt. Jeden Tag lässt er welche los, die ich dann im Gras aufsammle… Sie sind ein Traum und ich fühle mich überreich beschenkt dadurch. Ich profitierte also sehr davon, dass mein Baum sie zur rechten Zeit hergibt. Ab jetzt wird er mir ein Sinnbild fürs Loslassen sein, das ich von meinem Essplatz aus sehen kann. Wie schön.

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Als Spaßprogramm teile ich mit euch ein paar der Dinge, die ich in meinen Büchern fand:
Paul, 4 Jahre, hat gerade Schaukeln gelernt und er ist so stolz! Er ruft: „Mama, schau mal in mein Gesicht! Schau mal, ich lach! Schau mal, ich hab gar keine Angst mehr!“ Ein paar Tage später: „Mama, frag mich mal, ob ich Angst hab!“ – „Hast du Angst, Paul?“ – „Ja, innen drin zittert´s.“ – „Und du traust dich trotzdem?“ – „Ja, mein Magen traut sich das.“
Als er ein Buch anschaut, das ich geschrieben hatte, enttäuscht: „Da sind ja gar keine Bilder, da ist ja nur Gelese drin!“

Den widerstrebenden Ältesten habe ich ein Jahr lang zur musikalischen Früherziehung geschleppt, mit der mittleren Tochter, die auch keine Lust hatte, habe ich es nur bis Weihnachten durchgezogen, aber Vorschulkind Paul soll die gleichen Chancen haben wie die anderen auch, nicht, dass es später mal Vorwürfe hagelt. Also sitzen wir nach den Sommerferien in einem stickigen Raum mit lauter anderen Fünfjährigen, die am ersten Tag sämtliche ausgelegten Instrumente durchprobieren dürfen – Klanghölzer, Xylophone, etc. Am Ende soll jedes Kind malen, welches Instrument ihm am besten gefallen hat. Und Paul malt – einen Mähdrescher. Ich melde ihn direkt wieder ab.
Paul, 7 Jahre: Seine große Schwester leuchtet ihm mit einer Taschenlampe in die Augen: „Hör auf, davon wird man sehkrank!“
Paul wird von seiner Patentante mit ins Kindermusical genommen – „Worum ging’s denn da, Paul?“ – „Weiß nicht, irgendwas mit Rumpelstäbchen…“
Paul, 8 Jahre: Er fragt, was es mit dem Stoffbeutelchen mit den „Sorgenpüppchen“ auf sich hat, die er irgendwo gesehen hat. Wir erklären, dass man abends den Püppchen seine Sorgen erzählt, man sie dann unters Kopfkissen legt und am nächsten Morgen sind die Sorgen weg. Er lächelt in sich hinein und sagt dann: „Na ja, so funktioniert das ja nicht. Aber es erleichtert einen.“
Und da hat er doch mit seinen acht Jahren schon was Wesentliches verstanden: Man muss seine Sorgen erzählen, weil das erleichtert. Und dazu muss man sich dessen erst mal bewusst sein, was einen bedrückt. Und dann kann sich der Magen auch wieder was trauen… ansonsten gibt’s eine Magenschleimhautentzündung… Mögen wir alle das nie mehr vergessen.

Was macht Ihr denn, liebe Leser und Leserinnen, um Euch zu erleichtern? Was ist Eure Lieblingsstrategie? Ich bin sehr gespannt auf Eure Kommentare. Ich wünsche Euch eine sehr gute Zeit; vielleicht entdeckt Ihr ja auch irgendwo hingebungsvoll tanzende Bäume wie ich letzte Woche… Tanzen erleichtert übrigens auch, so viel steht fest!

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Carola will sich auswechseln – und dann wieder doch nicht

Warnung: Dieser Beitrag kann Spuren von Selbstmitleid enthalten!

Ich will mich austauschen. Gegen eine neue Carola, eine taufrische, nagelneue Zweitcarola. Gegen eine, die nicht jede Woche irgendein neues Wehwehchen hat – und schon gar nicht ME.

Manchmal findet man sich selber so was von doof, kennt Ihr das?

Vorletzte Woche zum Beispiel: Dass ich mit einem entzündeten Zeh (seit April) und Finger (seit Mai) zum Abiball meines jüngsten Sohnes würde gehen müssen, war ok – auch wenn ich dadurch keine eleganten Schuhe anziehen können würde. Ich war einfach nur froh, dass ich überhaupt dabei sein konnte! Am Abend davor, als mein Sohn und ich einen Couscous-Salat für das Event vorbereiteten, hatten wir viel Spaß in der Küche. Ich hatte so gute Laune wie schon lange nicht mehr, weil ich mich auf das Fest freute und so stolz war auf meinen Sohn. Wir hörten laute Musik, während wir Petersilie und Dill schnippelten, lachten und scherzten – bis ich am Ende feststellte: Der Salat sieht ja so langweilig aus – ihm fehlt die rote Farbe – oh nein, ich habe das Tomatenmark vergessen! Wie hatte mir das nur passieren können!? Wie krieg ich das jetzt wieder hin?

Und plötzlich spüre ich einen drückenden Schmerz im linken Auge – als ich in den Spiegel schaue, erschrecke ich total: Da, wo bis vor zwei Minuten Weiß im Auge gewesen war, ist jetzt nur noch eine einzige, tomatenmarkrote Fläche! Es müssen einige Äderchen geplatzt sein vor Aufregung – ich sehe aus wie Dracula höchstpersönlich! Zum Fürchten!

Zum Schreck kommt noch der Ärger: Da macht man sich Gedanken über ein schönes Kleid und ein passendes Täschchen, Schuhe oder was auch immer – ein Abiball ist heutzutage ja eine wahnsinnig edle Geschichte geworden – und dann muss man mit einem Monsterauge da hin gehen! Außerdem passt blutrot überhaupt nicht zu einem magentafarbenen Kleid! Ich finde mich vom Schicksal dermaßen benachteiligt…

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Und letzte Woche war ich bei der Frauenärztin – „Ich rate Ihnen dringend eine Zweitmeinung zu dieser Zyste einzuholen! Vielleicht muss man eine Bauchspiegelung machen. Die Tumormarker waren ja auch leicht erhöht! Ich mache gleich einen Termin für Sie im Krankenhaus aus!“ Das ist nicht das, was man hören möchte, gar nicht. Auch wenn Zysten in meinem Alter völlig normal sind – ich mache mir doch Sorgen. Und eine Bauchspiegelung ist ja nicht wie eine Magen- oder Darmspiegelung – da wird der Bauch aufgeschnippelt, damit man reingucken kann… mit meinem schlechten Immunsystem keine schöne Vorstellung… Jetzt muss ich da nächste Woche hin – und wenn es nichts Schlimmes ist, wovon ich einfach ausgehe, dann werde ich so schnell keine Sch… – Vorsorgeuntersuchung mehr machen. Dann ist das schon das fünfte oder sechste Mal, dass irgendetwas gefunden wurde, das sich hinterher als harmlos herausgestellt hat, und darauf habe ich keinen Bock mehr – auf die ganze Angst immer und die mühsam zu bekämpfende Aufregung. Das ist genau das, was ich nicht brauchen kann mit meiner Vorgeschichte.

Oder ich tausche mich einfach aus – gegen eine Zweitcarola. Den gleichen Körper nochmal, bitte, nur in gesund. Jetzt warte ich also auf Angebote…

In der Zwischenzeit biete ich Euch Spaßprogramm an: Hier kommen einige Fotos von Korsika, wo wir im Juni waren…

 

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Es war wieder so schön, auch weil: Korsika riecht so gut. Ausgesprochen gut. Nicht nach Bananen, wie Panama, oh nein, viel besser: Nach Macchia – nach einer Mischung aus Lavendel, Rosmarin, Thymian, Curry-Kraut und noch viel, viel mehr – Napoleon hat ja gesagt, dass er seine Heimat allein am Duft erkennen würde und wer schon mal auf Korsika war, der weiß: Das ist keine besondere Leistung. Dieser Duft ist so wunderbar und so allgegenwärtig und so unverwechselbar…

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Wenn wir morgens um 7 Uhr in Bastia ankommen, an der Reling der Fähre stehen, und die Sonne scheint schon auf Korsikas zweitgrößte Stadt, mit dem breiten Platz und den Palmen darauf, auf dem wir gleich in „unserem“ Café frühstücken werden – und sie scheint auch auf die macchiabewachsenen Berge dahinter und von diesen Bergen weht dann der Macchia-Duft aufs Meer – dann habe ich jedesmal Tränen in den Augen: Ich darf wieder hier sein! Ich hab’s tatsächlich wieder hierher geschafft. Dieses Jahr, Anfang Juni, haben wir den Trip schon zum 12. Mal unternommen!

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PS: Mittlerweile war ich im Krankenhaus: Eine bizarre Erfahrung. Nicht nur, dass mein Termin um 10 Uhr zweimal vergeben worden war, so dass ich eine Dreiviertelstunde warten musste, nein, auch die junge Ärztin, die da saß, hatte offensichtlich überhaupt nicht vor mich nochmal zu untersuchen: „Wissen Sie was, diese Zyste machen wir raus. Und… wie alt sind Sie jetzt? Schon 52? Ach, da brauchen Sie doch den Eierstock, der da dran hängt, auch nicht mehr – den holen wir am Besten auch raus. Und damit Sie auf der sicheren Seite sind, entfernen wir den anderen auch gleich mit. Dann haben Sie von der Seite ganz sicher keinen Ärger mehr.“ – „Was??“, entfährt es mir – es liegt mir auf der Zunge zu sagen: „Haben Sie etwa jetzt, gegen Ende des Monats, noch nicht die Fangquoten für Eierstöcke erfüllt??“ Es ist ja eine Tatsache, dass in manchen Krankenhäusern vorgegeben ist, welche Anzahl von OPs pro Monat gemacht werden müssen, damit das Ganze sich rentiert – aber ganz so unfreundlich will ich dann doch nicht sein und sage nur: „Also, ich dachte, ich komme hierher, damit abgeklärt wird, ob ich überhaupt eine Bauchspiegelung brauche!“ Daraufhin sagt die Schwester: „Das hier ist das OP-Vorbereitungsgespräch, wussten Sie das nicht?“ – „Nein!!“, sage ich „das wusste ich überhaupt nicht! Ich bin so was von überrascht und fühle mich total überrumpelt!“

Ich versuche der Ärztin zu erklären, was es für jemanden, der ME hat, bedeuten kann, eine OP mitzumachen – sie hat natürlich noch nie etwas von dieser Erkrankung gehört. „Aber das ist doch nicht so schlimm – wenn alles gutgeht, sind die meisten unserer Patienten zwei Tage hier und nach 14 Tagen sind sie wieder einigermaßen fit.“ Soso, wenn alles gut geht… ich bin aber nicht wie die meisten. Ich bedanke mich, stehe auf und gehe.

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Dass die neuen Ergebnisse der Tumormarker völlig unauffällig sind, dass die Zyste in vier Wochen fast um die Hälfte geschrumpft ist, dass Zysten eigentlich das Normalste der Welt sind – das interessiert hier alles nicht. Bei einem Gespräch mit meiner Frauenärztin kommt raus, dass sie eigentlich wirklich nur einen Termin mit einer Oberärztin vereinbaren lassen wollte. Irgendetwas muss da schief gelaufen sein – hallo, wenn die Leute Termine doppelt vergeben und dann auch noch an die falschen Leute – wer weiß, was da noch so falsch läuft… Ich bin raus!

In drei Monaten sehe ich meine Ärztin wieder, haben wir ausgemacht. Ich bin sicher, bis dahin habe ich diese Zyste nicht mehr und zwar ganz von alleine – aber dafür meine Eierstöcke noch. Und meine Gebärmutter! Und die Gallenblase und die Milz! Ist ja eigentlich auch alles Zeugs, von dem man gar nicht so richtig weiß, wozu man das alles hat und macht im Zweifelsfall nur Ärger!

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Nun bereue ich, was ich am Anfang des Beitrags so selbstmitleidig geschrieben habe. Mein 52jähriger Körper tut mir leid und mein Kampfgeist ist erwacht. Hat diese 30 Jahre junge Ärztin mit ihren sicher bestens rotierenden Eierstöcken eine Ahnung! Meine armen „alten“ Eierstöcke produzieren ja noch Hormone – ich habe, im Gegensatz zu leider all meinen Freundinnen, keinerlei Wechseljahresbeschwerden – da haben die beiden guten Teilchen doch auch ihren Anteil daran! Wer weiß, was passiert, wenn sie fehlen! Wir sind ein eingespieltes Team, seit vielen Jahren schon, haben sie mir doch drei wunderbare Kinder beschert und auch sonst nie Probleme gemacht.

Ich betrachte sie und meinen ganzen Körper jetzt viel liebevoller. Wir gehören doch zusammen, alle Teile von uns. Never change a winning team! Wir werden einfach noch mehr als sonst die wunderbaren Sommertage genießen, entspannen – und gesunden. Darauf einen Caipi!

 

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„Wer den größten Teil seines Lebens gewohnheitsmäßig klagt, übellaunig sich selbst bejammernd Orgien der Missstimmung feiert, vergiftet sich das Blut, ruiniert die Gesichtszüge und verdirbt rettungslos seinen Teint.“

– Prentice Mulford (1834-1891) –

 

Ihr Lieben, was habt Ihr für Erfahrungen mit Vorsorgeuntersuchungen gemacht? Geht Ihr hin – oder ignoriert Ihr das? Waren sie schon mal hilfreich?

Macht´s ganz gut, bis bald!

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Die Jugend sieht nicht mehr gut – und zieht zu Billy Boy

Vor ein paar Wochen stand ich mit zwei großen Taschen an der Fußgängerampel. Brav wartete ich auf Grün, aber nur, weil neben mir eine Mutter stand, die einen Zweijährigen an der Hand hielt. Man muss ja ein Vorbild sein. Plötzlich hörten wir, wie sich Sirenen näherten. „Aua, laut!“, meinte der Kleine. Er schaute mich an, während er mit seinen Händchen seine Ohren bedeckte und sagte: „Oma auch!“ Ich musste lachen, aber trotzdem: wie uncharmant! Das war das erste Mal in meinem Leben, das mich jemand Oma nannte!

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Keine halbe Stunde später kam ich vom Tanken. Mit mir verließ eine junge Frau, die eine blondgelockte Einjährige auf dem Arm hatte, die Tankstelle. Die Kleine strahlte mich an und winkte mir zu – so süß! Ich winkte zurück. Dann schaute sie mich intensiv an und sagte fragend: „Mama?“ Die Frau, die das Mädchen trug, lachte und meinte: „Nein, das ist doch nicht deine Mama!“ Daraufhin guckte das Kind enttäuscht und startete einen zweiten Versuch: „Papa?“ Da die Mutter schon den Raum verlassen hatte, bekam ich ihre Antwort nicht mehr mit, aber für mich steht fest: Die Jugend von heute sieht nicht mehr gut. Liegt bestimmt am ungezügelten Gebrauch von Smartphones, Tablets, Computern und dem ganzen digitalen Rest. Allerdings könnte es natürlich auch sein, dass das Kind nur wissen wollte: „Du, Frau – bist du auch eine Mama?“ – „Ja, mein Schatz“, hätte ich dann geantwortet, „ich hab´ sogar drei Babys – von denen das mittlere Ende der Woche auszieht.“ Meine einzige Tochter, mein Fröschlein, mein Schnuffelchen, 20 Jahre, zieht aus. Damit ist von meinen Dreien nur noch der Jüngste zu Hause.

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Ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ihr müsstet mal sehen, wie sie strahlt, wenn man sie darauf anspricht, dann könntet auch Ihr nicht anders als euch mitzufreuen – sie hätte eigentlich schon zum Wintersemester letzten Jahres ausziehen wollen, aber es gab einfach keine Zimmer in der Großstadt in unserer Nähe und auch mit ihrer Gesundheit haperte es. Jetzt hat es endlich geklappt. Eine Dreier-WG in einem Altbau! Mit Balkon! Nur 10 Minuten mit dem Rad bis zur Uni! Und nur vier Häuser von einer ihrer besten Freundinnen entfernt! Und: bezahlbar! So viel Glück auf einmal.

Und auf der anderen Seite… Die Trips zum Drogerie-Markt, die wir in gutgelaunter Frauen-Gemeinschaft unternommen haben, einmal pro Monat, werden so wohl nicht mehr stattfinden. Die abendlichen, gemütlichen Besuche in unseren jeweiligen Zimmern, bei denen wir uns über Gott und die Welt und die Bücher, die wir lesen, ausgetauscht haben… Wie oft kam sie rein und sagte: „Mama – das Buch XY soll toll sein, das will ich mir kaufen – kennst du das?“, und ich ging ans Regal und hatte es schon da… Unheimlich, fast! Die vielen selbstverständlichen Gelegenheiten sich zu treffen, beim Essen, im Bad, etc., bei denen wir uns oft schlapp gelacht haben, weil wir einen so ähnlichen Humor haben, dass wir uns nur angucken müssen oder einen Halbsatz aussprechen und schon gibt’s kein Halten mehr… So wie gestern zum Beispiel: Gefragt, worauf sie sich am meisten in der Großstadt freue, sagte meine Tochter: „Das wird super!! Wenn ich Lust auf Sushi habe, zum Beispiel – dann kann ich mir das in 10 Minuten einfach holen!“ – worauf sie kurz inne hielt – und mir eine Bemerkung auf der Zunge lag – aber sie hat die Pointe selbst gebracht: „Und dann schaue ich in meinen Geldbeutel und stelle fest: Ich hab gar kein Geld für Sushi!“

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Dabei können wir uns auch zoffen, so ist es nicht! Aber genau das schätze ich auch an meiner Tochter: Bei ihr, bei diesem Kind, dessen erstes Wort „Nein!“ war, weiß man sofort, woran man ist. Ich kann unmöglich all ihre weiteren tollen Eigenschaften aufzählen, aber sie macht, dass die Welt ein besserer Ort wird. Sie war mit gerade mal 18 in der Türkei, um dort in Flüchtlingslagern zu helfen, die vom UNHCR nicht erreicht werden. Sie ist letztes Jahr sechs Wochen allein durch Indien gereist und danach hat sie ihre gesamte Zeit und Energie in ein politisches Projekt gesteckt. Nun hat sich dort, wo sie jetzt wohnen wird, eine öffentliche Diskussionsplattform etabliert, bei der alle zwei Wochen die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen, um sich über unser aller Zukunft auszutauschen. Sie hat gleichermaßen Herz wie Verstand. Das finde ich super.

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Als ich 2016 so krank mit ME/CFS war, dass ich nichts im Haushalt machen konnte, hat sie jeden Samstag eingekauft und Staub gesaugt ohne zu murren – wie die anderen auch. Sie war die Erste, die immer wieder gesagt hat, auch als noch gar nichts klar war: „Mama, du wirst wieder gesund. Daran zweifle ich keine Sekunde.“ Ihr Vertrauen hat mir unheimlich gut getan. Im April haben wir den ersten Mutter-Tochter-Urlaub zusammen gemacht, am Bodensee – am Anfang haben wir uns gleich mal richtig gezofft, aber danach lief´s super. Die Fotos, die Ihr dieses Mal seht, stammen von dort… Alles, was sie macht, macht sie mit Herzblut, mit Sensibilität, mit Empathie und mit viel gesundem Menschenverstand. Sie hat einen wachen, beweglichen Geist – und sie ist schon so weise, dass ich glaube, dass sie eine ganz alte Seele ist…. (Und psssst! Bildhübsch ist sie auch noch und sie hat einen tollen Style, aber das darf man heutzutage nicht mehr sagen, weil Äußerlichkeiten sind nicht so wichtig, nicht in ihren Kreisen, Ihr versteht… ) Mit anderen Worten: Sie ist einfach perfekt. Wie übrigens alle meine Kinder und das sage ich mit der 100 prozentigen Objektivität, die das Kennzeichen eines Mutterherzens ist, wie jeder weiß…

Es fällt mir nicht immer leicht loszulassen, ich geb’s zu. Aber weise, wie meine Tochter ist, hat sie mir schon die passenden Worte zugesteckt – das war, als ich vor ein paar Wochen die Gürtelrose hatte. Da gab sie mir ein Kärtchen…

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This too shall pass – auch dies vergeht. Zigmal hat mir dieser Spruch seither schon geholfen – Gürtelrose? This too shall pass. Entzündung im Zeh ist zurückgekehrt? Auch dies vergeht. Mesut Özil lässt ein Foto mit Erdogan machen??? Oh Gott, das ist hart – aber: This too… Nee! Das kann ich ihm nicht verzeihen…!! Aber: Abschiedsschmerz? Ja, auch das vergeht. Aber er wird wiederkommen … und dann wieder vergehen…

Und ich bin sicher: Sie wird ihren Weg gehen. Als sie vier Jahre alt war, hat eine Freundin gesagt: „Um die brauchst du dir keine Sorgen zu machen! Sie wird alles hinkriegen und wenn sie beschließt Lehrerin zu werden, wird sie Direktorin, so viel steht fest!“ Delegieren können, das Kennzeichen einer jeden guten Führungskraft, hat sie schon drauf – seit Jahren bin ich es, nicht sie, die den Urban Jungle, die vielen Pflanzen in ihrem Zimmer, versorgt… Als sie auf Bali war, drei Monate, um Kindern Englischunterricht zu geben, oder in Indien, hab ich das aber sehr gerne getan – es war eine Gelegenheit ihr in ihrem Zimmer nahe zu sein, auf eine Art etwas für sie zu tun und ihr gute Wünsche und liebevolle Gedanken zu schicken… So wie ich das jetzt auch tue. Meine allerbesten Wünsche sind mit ihr bei ihrem langersehnten Schritt ins neue, aufregende Studenten-Großstadtleben… Und ein paar ihrer Pflanzen bleiben ja noch hier, in ihrem alten Kinderzimmer… so dass ich noch was zu tun habe… Und auf die Geschichten aus dem Großstadt-Dschungel freue ich mich jedenfalls auch schon sehr…

Alles, alles Liebe und einen guten Start für Dich, mein Schatz!

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PS: Schnuffelchen, ähm – so gerne ich kleine Kinder habe – mit dem Oma-Werden hab ich’s in deinem Falle aber noch gar nicht eilig, ok??? Da fällt mir ein: Im neuen WG-Klo hängt ein riesiges Plakat mit Werbung für Billy Boy-Kondome – (O-Ton: „Wo steckst du denn schon wieder?“) – ach, also, wie gesagt: Um dieses Kind muss ich mir keine Sorgen machen…

PPS: Schätzchen, du weißt, wo unser Haus wohnt. Sushi machen wir… sehr, sehr selten. Aber es gibt manchmal Kartoffelsalat. Und offene Ohren und offene Herzen voller Liebe für dich, weißt du? Immer. Für alle Zeit und Ewigkeit.

Loszulassen ist auch eine Form von Liebe.

– unbekannt –

 

Richard Linklater hat 2014 einen ganz wunderbaren Film (Spaßprogramm jetzt wie immer an dieser Stelle!!) zum Thema gemacht namens „Boyhood“. Über 12 Jahre wurde gedreht, in denen aus dem kleinen Jungen Mason, der von Ellar Coltrane gespielt wird, ein junger Mann wird, der schließlich von zu Hause auszieht. In 12 Jahren passiert viel, die (fast) ganz normalen Freuden und Dramen  einer alleinerziehenden Mutter werden gezeigt, dementsprechend ist der Film fast drei Stunden lang – aber als ich ihn zum erstenmal sah, war ich wie festgeklebt auf meinem Kinosessel und dachte immer: Das gibt’s doch nicht – die Dialoge! – saßen die bei uns zu Hause unterm Sofa oder im Auto und haben alles mitgeschrieben? Nach den drei Stunden, in denen ich fasziniert war, die Entwicklung von Mason und seiner Schwester, die sich ja im richtigen Leben auch von kleinen Kindern zu jungen Erwachsenen veränderten, mitzuerleben und ich so mit den Personen mitgefiebert hatte, kam ich in die Realität zurück und wusste: Das ist einer der besten und besondersten Filme, die ich je gesehen habe. Spannend, mitreißend, lustig und auch herzergreifend… Und hier kommt der Trailer…

Boyhood – Trailer

Es lohnt sich! Auch Patricia Arquette als Mutter und Ethan Hawke als Vater, der sich langsam wandelt, sind einfach unglaublich gut…

Eine letzte Frage hätte ich noch: Wie geht es Euch mit dem Loslassen? Was hilft Euch? Bis ganz bald, Ihr Lieben!

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Solange der Motor noch da ist, ist alles gut!

 

„Oh!“, ruft meine Ärztin und weicht einen Schritt zurück, als ich mein Hemdchen lupfe, um ihr die Rötung an meinem Bauch zu zeigen, „das braucht ja auch kein Mensch!“ Ach, denke ich, so schlimm? Fahre ich jetzt direkt in die Grube? „Gürtelrose!“, sagt sie. Ich mag meine Ärztin, sehr sogar, aber solche Ausrufe machen mir ein ähnlich schlechtes Gefühl, wie wenn mein Automechaniker die Motorhaube aufmacht und ruft: „Sieht gaaaaar nicht gut aus!“ – obwohl ich doch genau sehe, dass der Motor noch da ist!! „Bekommen Leute, die gestresst sind oder die ein schlechtes Immunsystem haben“, meint sie. Ja, bin ich, hab´ ich, weiß ich doch. Ich dachte allerdings immer, als mein Schwiegervater das mal hatte, dass das eine Krankheit von alten Leuten sei und ich, natürlich forever young, deswegen quasi immun…

Willkommen im Club der alten Dichter, sage ich mir, als ich vor der Apotheke stehe, um die geforderten Medikamente zu holen. Ich merke, dass es mir vor dem Arztbesuch gar nicht schlecht ging, untypischerweise habe ich gar keine Schmerzen! Aber jetzt bin ich fix und fertig, und ich weiß: Es ist nur wegen dieses einen Worts und der damit verbundenen Assoziation von langwieriger Krankheit – „Gürtelrose“. Und auf genau diese Reaktion von mir habe ich keinen Bock.

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Letzte Woche lag ich tagelang nur im Garten, weil ich einen entzündeten Zeh hatte, der hochgelagert und gekühlt werden musste. Ich war dermaßen angepisst, einen ganzen wunderschönen sonnigen Nachmittag lang, an dem die ersten rosa Knospen des Apfelbaums sich zeigten, die Amseln zwitscherten, es ungeheuer gut duftete – und ich all das gar nicht genießen konnte, nur weil ich mir Schreckensszenarien ausmalte, was für schlimme Blutvergiftungen, etc. sich da entwickeln könnten. Diesmal will ich es besser machen. Und ich weiß auch schon, wie: Wegen des Zehs habe ich endlich ein Buch angefangen, das schon lange auf dem Stapel der zu lesenden Bücher lag: „Warum Gedanken stärker sind als Medizin – Wissenschaftliche Beweise für die Selbstheilungskraft“, Penguin Verlag, 10 Euro, von der amerikanischen Ärztin Lissa Rankin. Entspannung, Entspannung und noch mal Entspannung, ist wichtig, sagt sie. Nur ein Körper, der nicht von Stresshormonen geflutet wird, kann sich selbst heilen. Und wenn er nicht davon geflutet wird, dann kann er Heilung richtig gut! Das ist sein Kerngeschäft sozusagen!!

Nun bin ich ansteckend und darf eine Woche nicht unter Leute. Gerade in letzter Zeit habe ich mich besonders gestresst gefühlt. Und jetzt, wo ich nicht schnell mal ein Brot holen kann oder dies und das erledigen, gerne auch mehrere Termine auf einen Tag legen kann, merke ich auch, warum: Ich mache schon wieder viel zu viel. Ich muss mir endlich eingestehen, dass ich gerade in letzter Zeit ganz oft schlecht geschlafen habe, und „außer Atem“, mit einem Klopfen und einem kribbeligen Gefühl in der Brust aufgewacht bin von dem vielen Zeug, das ich nachts geträumt habe. So kann das nicht weitergehen. Ich merke, so leid es mir tut: Die Quarantäne tut mir gut.

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Rankin sagt, dass natürlich nicht jede Krankheit gleich gut auf Entspannung anspricht – aber da, wo es auf eine gute Immunantwort ankommt, wie bei Krebs oder Infekten z. B., da ist sie erwiesenermaßen wichtig – und auch bei Krankheiten wie Magengeschwüren, Herzinfarkten, Burn Out oder anderen, die durch Stress ausgelöst werden. Wie bei ME/CFS – man weiß ja nicht so viel, aber es gilt als gesichert, dass die allermeisten, die damit krank werden, lange Phasen von Stress in ihrem Leben davor durchgemacht haben. So wie ich.

Ich kann wirklich nur jedem raten: Lest dieses Buch! Es hat mir für so vieles die Augen geöffnet, was ich an dieser Stelle gar nicht alles aufzählen kann. Und auch, wenn Ihr skeptisch seid: Genau für eine skeptische Klientel ist dieses Buch geschrieben worden. Ich habe zum ersten Mal richtig verstanden, dass ich nicht für irgendjemanden meditiere, der mich dafür loben soll, und dass ich es nicht gut machen muss – ich mache es für mich und es ist egal, wie „erfolgreich“ ich dabei bin, Hauptsache, ich finde mich jeden Tag dafür ein. Ich mache Entspannung jetzt zur Chefsache, der ich alles andere unterordne. Anders kann ich nicht gesund werden. Ich google also nicht lange nach „Gürtelrose“ und vor allem, als ich etwas von „Lähmungen“ lese, höre ich sofort auf. Ich sage „Stopp!“, wie Gupta empfiehlt, jedesmal, sobald ich merke, dass ich Angst bekomme. Ich lese den Beipackzettel für das antivirale Medikament nicht weiter, als die Liste mit den Nebenwirkungen anfängt – und vertrage es bestens. Und jetzt sind schon 10 Tage rum und die typischen Schmerzen sind einfach nicht aufgetaucht – hurra!!

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Und was Rankin auch wichtig ist: Entspannung ist schön und gut, aber wenn du nicht die tieferliegenden Sorgen oder Glaubenssätze, die dich so stressen, durchleuchtest, dann wirst du nicht so weit kommen mit deiner Heilung, wie du könntest. Auch da bin ich dran – durch die kognitive Verhaltenstherapie, die ich mache und die Cranio-Sakral-Therapie. Ich mache gute Fortschritte. Ich ersetze zum Beispiel meine stressigen Glaubenssätze durch „Ich darf in Ruhe gesund werden.“

Und wenn ich Euch, meine lieben Leser und Leserinnen, etwas raten darf: Fangt Ihr bitte nicht erst damit an, wenn es schon fast zu spät ist – ja? Versprochen?

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„Wer sich nach Licht sehnt, ist nicht lichtlos, denn die Sehnsucht ist schon Licht.“

– Bettina von Arnim –

Gibt’s eigentlich noch Spaßprogramm? Ja! Letztens konnte man eine kleine, blonde Frau, die alt genug war, um Gürtelrose zu bekommen, beobachten, wie sie an einem Bächlein erst nach links, dann nach rechts schaute und als sie sich unbeobachtet wusste, einen Schritt in die Mitte des Bachbetts tat, wo ein großer flacher Sandstein lag. Dort stellte sie sich auf ein Bein, breitete beide Arme aus und versuchte sich an einer wackligen Standwaage, umspült vom Wasser… Sie hatte keine Ahnung, warum sie das tat, aber man sah ihr an, dass es ihr ein spitzbübisches Vergnügen bereitete, sich so dem Impuls dieses Augenblicks hinzugeben… sie tat es, einfach, weil sie es konnte… einfach, weil sie es wieder konnte…

Und jetzt kommt Euer Spaßprogramm: Auf welche kleine Verrücktheit habt Ihr Lust, die Ihr Euch jetzt einfach mal gönnt – nur so, aus Jux und Tollerei?? Eurer lieben Freundin mit Straßenmalkreide ein großes rotes Herz vor die Tür zu malen? Fünf Kugeln Schlumpf-Eis auf einmal zu essen? Ohne Handy aus dem Haus zu gehen (oder ohne BH?) – oder einen anderen Heimweg zu nehmen, als Ihr es jemals getan habt? Hauptsache, Ihr lächelt, wenn Ihr daran denkt. Euch fällt so viel ein! Und ich bin so gespannt… Ich würde mich so freuen, wenn Ihr es mit uns teilt! Danke jetzt schon dafür!

Und bitte: Passt gut auf Euch auf.

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Woouuuhooouu! „Ein neues Leben“ ist preiswürdig!

Nein, es ist keine 6000 Köpfe zählende Jury gewesen, bestehend aus Hollywood-Granden wie bei den Oscars, sondern viel besser: Es war Fay von „madebyfay“, die meinen Blog „Ein neues Leben“ für den „Versatile Blogger Award“ nominiert hat! „Versatile“ bedeutet ungefähr so viel wie „vielseitig, geschickt“ – es ist also eine „Auszeichnung für einen tüchtigen Blogger“ – ich fühle mich sehr geehrt! Danke, Fay!

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Da die Blogosphäre ihre eigenen Regeln hat, bedeutet diese Nominierung, wenn ich sie annehme – was ich hiermit tue – dass ich die Auszeichnung auch gleich gewonnen habe! So einfach geht das in der Bloggerwelt! Und was passiert jetzt? Äh – nichts weiter. Außer dass die Bedingung, unter der ich die Auszeichnung annehmen darf, ist, dass ich sieben Dinge von mir selbst erzähle und einige weitere Blogs für diese Auszeichnung nominiere, die ich gut finde… Oh je, sieben Dinge – Ihr wisst doch eh schon alles über mich… wir probieren´s trotzdem mal und langweilen Euch mit Sachen, die Ihr gar nicht wissen müsstet, um auch so ganz hervorragend weiterzuleben:

  1. Ich wurde in dem kleinen Dörfchen Ottenbach, Kreis Göppingen, auf der Schwäbischen Alb geboren. Idyllisch, und sehr ruhig. Im Nachbarort Waldstetten, wo mein älterer Bruder zur Welt kam (ich habe vier davon), geht´s lebhafter zu: Waldstetten ist die Gemeinde mit den meisten Vereinen Deutschlands pro Kopf – ca. 70 bei ca. 7000 Einwohnern! Und jeder Einwohner ist Mitglied in mindestens 25 von ihnen – oder so – meine ich mal gelesen zu haben…
  2. Bei uns im Flur hängt eine nackte Frau. Also, eine Kohlezeichnung einer nackten Frau, die von der Trägerin des „Versatile Blogger Awards“ im Aktzeichnenkurs selbst angefertigt wurde und die sie (und vielleicht nur sie) für sehr gelungen hält. Dafür erntet sie von den Handwerkern, die die Spülmaschine reparieren sollen, schon mal erstaunte bzw. anzügliche Blicke – und diese Frau ist ein Grund unter vielen, weshalb meine Kinder ihre Mama manchmal unerträglich peinlich finden…
  3. Ich bin eher eine „Fliegerin“ im Gegensatz zu vielen anderen, die „Taucher“ sind. Was das heißen soll? „Taucher“ sind diejenigen, die im Alter von acht Jahren beschließen, Konzertpianistin/Experte für spätmittelalterliche Buchmalerei/Arktisforscher, etc. zu werden und die dieses Ziel konsequent verfolgen. „Flieger“ sind die, die vieles im Leben ausprobieren, und die ganz typischerweise auch verschiedene berufliche Standbeine haben. „Vielbegabt“ nennt man uns mittlerweile in Fachkreisen, weil es uns leicht fällt, uns in alles mögliche einzuarbeiten – andere Zungen behaupten, wir hätten nur eine niedrige Frustrationstoleranz, was uns aber nicht davon abhält, uns weiter ständig für neue Dinge zu begeistern… Wir können nicht anders. Ansonsten würden wir das Leben für ein Gefängnis halten. Und von wegen niedrige Frustrationstoleranz!! Ich wüsste nicht, was ich stärker durch ME/CFS gelernt hätte als Frustrationen auszuhalten und an Sachen dranzubleiben, auch wenn sie schwerfallen! (Stichwort Meditation…).
  4. Hängt mit 3. zusammen: Ich bin total neugierig. Neu-gierig – deswegen passt mein Beruf als Journalistin sehr gut zu mir. Ich halte mir allerdings zugute, dass es überhaupt nicht Klatsch und Tratsch sind, die mich interessieren, sondern die ganze, große Welt da draußen! Und was sie im Innersten zusammenhält…
  5. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht neue Rezepte ausprobiere. Jeden Samstag Morgen hole ich mir die aktuellsten Tim-Mälzer-Kochheftchen her oder diverse Kochbücher wie Deliciously Ella und mache voller Vorfreude einen Kochplan für die gesamte nächste Woche, mit dem ich dann zum Einkaufen ziehe (und an den ich mich dann natürlich nicht halte…) „Kannst du nicht mal wieder was kochen, was wir schon kennen?“ – diese Beschwerde meiner Kinder habe ich schon oft gehört. Aber wer den Plan macht, hat die Macht. Außerdem genieße ich das Handwerkliche, das Schnippeln, Rühren, Brutzeln am Kochen…  Und ich liebe meine Gewürze! (Hatte ich erwähnt, dass ich das Essen daran auch gut finde?)
  6. Während meines Studiums habe ich ein halbes Jahr lang in Wales studiert (DAAD-Stipendium) und dieses Land mit seinen magischen Küsten, seinen total liebenswürdigen Einwohnern und seinen „Welsh Cakes“ lieben gelernt. Wir haben noch Freunde in Cardiff, die wir ab und zu sehen, was mich sehr freut.
  7. In meiner Schreibtischschublade finden sich zwei vergilbte Zettel, die schon seit 35 Jahren dort liegen und jeden Umzug mitgemacht haben. Auf dem einen steht: „Oh Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen!“ (Augustinus) und auf dem anderen: „Großer Gott, lass auch meine Seele zur Reife kommen, bevor du erntest.“ (Selma Lagerlöf).                                                                  Jetzt wisst Ihr also zwei Herzenswünsche von mir. Ich mache mir keine Sorgen, dass meine Ende nahe sein könnte, denn zu tanzen habe ich gerade erst angefangen … und bis diese Seele reif ist – das dauert noch…

 

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Nun zu den Blogs, die ich toll finde: Natürlich den Blog von Fay, die wunderschöne aquarellierte Tuschezeichnungen mit viel Können, Liebe und Herz anfertigt:  madebyfay

Sie hat ja schon den gleichen Award, deswegen kann ich sie nicht mehr nominieren. Aber dafür nominiere ich…

1. Claudia, die ME/CFS hat wie ich, die aber die Kunst beherrscht des  zufrieden leben mit kleinen schritten  – bewundernswert!

2. Angela, die ebenfalls ME hat und die unglaublich kreativ damit umgeht: Die MEmi-Philosophie

3. Lukas, der Krebs überstanden hat, und uns jetzt an seinen Einsichten, die er gewonnen hat, teilnehmen lässt: Mindful Survivor

4. Die wilde Susie, die Brustkrebs hatte und jetzt ihr Leben wieder in vollen Zügen genießt: Susie Lindau´s Wild Ride

Daneben gibt´s natürlich auch tolle Blogs, die gar nichts mit Krankheiten zu tun haben:

5. Immer wieder lache ich mich schlapp über die Beiträge von Karo-Tina Aldente, die es schafft, interessante Rezepte mit witzigen Geschichten aus ihrem Schrebergarten-Alltag zu verbinden (und der ist aufregender, als das jetzt klingen mag!)

oder bin ich berührt von

6. Julias Posts in Freudenwege, die in kurzen, knappen Beiträgen (wie macht sie das nur?) ganz viel Tiefsinniges unterbringt und die einem die Schönheiten des Alltags aufzeigt… immer mit gelungenen Fotos!

7. Ein Neuzugang in meiner Blog-Bibliothek ist Robert, den ich dafür bewundere, wie er beim Aquarellieren mit Licht und Schatten umgehen kann, besonders bei seinen Akten: Watercolor Atelier

8. Immer wieder gerne schaue ich auch bei der jungen Designerin Danielle vorbei: di design und auch beim einzigen Musik-Blog auf dieser Liste, dem ich einige Neuentdeckungen verdanke:

9. Call Me Appetite aus der Schweiz

Zum guten Schluss, auch wenn sein Blog noch relativ jung ist:

10. Tilman von Ich – Lass es raus…, der in knappen Worten mit wunderbaren Fotos überzeugt.

Hier ist übrigens der Link zu den Teilnahmebedingungen: Versatile Blogger Award – Rules .

Gibt´s denn diesmal auch Spaßprogramm? Ja, klar – einen Buchtipp! Leute, das müsst Ihr lesen oder anhören:  „Es ist nur eine Phase, Hase – ein Trostbuch für Alterspubertierende“ von Maxim Leo und Jochen Gutsch, zwei preisgekrönten Journalisten, die ihre eigene Altersgruppe (frischgebackene 50er)  – und damit auch die meine – unter die Lupe genommen haben und deren absonderliche Aktivitäten beschreiben… Kostprobe gefällig? Unter dem Stichwort „Wurstpellen-Mann“ heißt es:

„Als mein Freund Stefan bei einem gemeinsamen Abendessen verkündete, nächstes Jahr laufe er einen Marathon, sagte ich spontan: „Ich auch!“

Vielleicht war es der Alkohol. Aber ich fand die Idee irgendwie gut. Es war eine Herausforderung, und was braucht ein Mann in meinem Alter? Genau.

Meine Frau sagte: „Warum muss es denn gleich ein Marathon sein?“

Gute Frage. Aber ich hörte sie kaum noch, denn ich zog bereits durch die Sportgeschäfte, um mich auszustatten. Ich kaufte Laufschuhe mit verstärkter Sohle und Lunarlon-Dämpfung, eine Laufuhr mit Pulsmesser und GPS, Laufsocken mit Achillessehnenprotektion und eine extrem enganliegende Laufhose mit klimaregulierender CCR-Technologie. Auch wenn ich nicht wusste, warum in meiner Hose ein Klima reguliert werden musste. …“

Frauen kommen auch nicht besser weg – ein Buch für alle also. Auch für Jüngere oder Ältere, wie die Rezensionen im Internet beweisen… Viel Spaß!!

 

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Ich wünsche Euch, dass Ihr die kommende Schönwetterperiode in vollen Zügen genießen könnt! Beim Joggen mit und ohne klimaregulierter Laufhose, beim Gärtnern, oder, wenn die Kraft für solche Dinge nicht reicht, beim In-der-Sonne-Sitzen und Eis essen… oder wenn nicht einmal das möglich ist (viele ME-Kranke sind sehr lichtempfindlich), wenigstens beim Eis essen… (Eis geht immer, oder?)

 

„Hast du gehört? Der Winter ist vorbei! Nelken und Basilikum platzen vor Lachen.“

– Rumi, „Die Musik, die wir sind“ –

Dem Wunder die Hand hinhalten

Ein kleiner Schnupfen wäre schön gewesen. Nie hätte ich gedacht, dass es mal so weit kommen würde, dass ich mir eine verschnodderte Nase und Kopfweh wünschen würde – aber letzte Woche tat ich das, weil es mir ganz deutlich gezeigt hätte: Diese Gliederschmerzen und das Halsweh, das Du auch noch hast – alles zusammen ist nur eine Erkältung, wie sie gerade jeder hat. Aber der Schnupfen blieb aus, und so fragte ich mich fast eine Woche lang, während ich im Bett lag und mich Wellen von Aufgeregtheit durchfluteten: Ist das ein Rückfall? Genauso hat ME/CFS damals, vor fast genau zwei Jahren angefangen: wie eine schwere Erkältung, nur ohne Schnupfen. Die bange Frage jetzt lautete: Auf welchem Energielevel werde ich sein, wenn diese akuten Symptome vorbei sein werden? Gehen sie überhaupt wieder vorbei? Werde ich von vorne anfangen müssen? Oder wirft es mich „nur“ um Monate zurück?

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Dabei war am Wochenende davor alles so traumhaft gewesen: Mein Mann und ich waren zum Langlaufen ins Allgäu gefahren, das erste Mal wieder seit Beginn der Krankheit. Am Samstagmorgen noch war der Himmel verhangen, aber kaum hatten wir einen Fuß auf den Parkplatz gesetzt, wo wir die Skier anschnallen wollten, kam die Sonne raus – strahlend blauer Himmel, verschneite Berge und die Aussicht, sich auf Brettern mal wieder richtig auspowern zu dürfen – was will man mehr? Noch während ich dies schreibe, spüre ich das Glücksgefühl in meiner Brust, das ich hatte, die Vorfreude, die machte, das ich herumhüpfte und in die Hände klatschte wie ein Kind an Weihnachten, egal, ob die Leute guckten oder nicht. Und dann der heißersehnte erste Moment in der Loipe: Kann ich´s noch? Habe ich Kraft auf den Skiern? Die Überwältigung, als ich spüre – kein Problem!! Langlaufen ist wie Radfahren, das verlernt man nicht! Und klar haben meine Beine und meine Arme Kraft!! Ich kann mich abstoßen und das Gewicht auf den linken Oberschenkel verlagern, gleiten, dann wieder mit dem Arm abstoßen und Gewicht auf das rechte Bein verlagern, gleiten – juuuuchhhhuuuuu! Es läuft!! Es flutscht!! Es macht so Spaß, dass ich das gar nicht in Worte fassen kann!! Noch dazu vor dieser Traumkulisse: Die weißen Berge, ein Dörfchen mit Zwiebeltürmchen in der Ferne, der wie 1000 Diamanten glitzernde Schnee – traumhaft, einfach traumhaft. Eine Welle von Dankbarkeit überkommt mich, und wie der Papst, wenn er, gelandet auf fremden Terrain, erstmal den Boden küsste, so lasse ich mich sehr unelegant fallen und mache genau das: Ich küsse den Schnee…

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Nach 1,5 Stunden bestehe ich auf einer Pause und wie von Zauberhand naht eine Hütte, in der am späten Vormittag noch nicht viel los ist, und in der es Gulaschsuppe und Cappuccino gibt – auf genau das habe ich jetzt Lust! Schön warm ist´s hier drinnen, draußen hat es frische minus elf Grad, und nicht einmal die Tatsache, dass hier die „1000 schönsten Hits der Volksmusik“ laufen, tut meiner Begeisterung über all das, was ich gerade erleben darf, Abbruch. Wir amüsieren uns über die Texte vom „rauschenden Wildbach“ und der „Perle von Südtirol“ … aber hier darf alles sein. Wer bin ich zu urteilen? Auf der Toilette haben sie Lautsprecher installiert und es läuft mir kalt den Rücken runter, als ich auch hier die Musik höre: „Unser Leben wird geführt von Gottes Hand…“ – sollte Gott gewollt haben, dass ich krank werde? Oder war das nur eine logische Folge dessen, das ich nicht gut auf mich aufgepasst habe? Hat er mich hierher geführt, in diese Hütte? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Lied in diesem Moment, wo „alles passt“, kein Zufall ist…

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Auch der zweite Tag ist einfach wunderbar – als wir über den zugefrorenen Vilsalpsee laufen, zum Beispiel: Diese Kulisse, die Berge, die ein riesiges Rund um den See formen, fast wie ein gigantisches Amphitheater! Und ich strenge mich beim Langlaufen gerne an, ich schwitze gerne, ich schnaufe gerne – nur, dass der eiskalte Ostwind uns beim Rückweg ins Gesicht bläst, kostet mich Kraft. Aber auch hier versuche ich das einfach als Tatsache zu akzeptieren. Es gehört jetzt dazu. Es ist okay.

Am Sonntagabend sind wir wieder zu Hause, randvoll mit schönen Erlebnissen, die wir unseren Kindern berichten, egal, ob sie sie in aller Ausführlichkeit hören wollen oder nicht… Mindestens 30 Kilometer haben wir an den zwei Tagen gemacht, das ist doch etwas für den Anfang! Aber wieviele es waren, ist eigentlich gar nicht wichtig. Die zwei Tage danach bin ich so tiefenentspannt wie schon ganz, ganz lange nicht mehr – bis Mittwoch: Da ist der Muskelkater weg, aber dafür sind die Gliederschmerzen und das Halsweh da. Jetzt, nach 10 Tagen, die mir wie drei Wochen vorkommen, merke ich: Was immer es war, es geht komplett vorbei. Nächste Woche habe ich bestimmt wieder meine Kraft von vorletzter Woche.

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Was mir geholfen hat, waren Guptas sieben Schritte, mit denen jeder Mensch alle Formen von Angst bekämpfen kann: Ich erzähle Euch ganz kurz: Du sagst erst laut „Stopp! Stopp! Stopp!“, atmest aus, trittst einen Schritt zurück, lässt die negative Energie über deinen linken Arm dabei abfließen. Dann trittst du „aus dir heraus“, stellst dir vor, wie dein zukünftiges Ich dir Mut macht, das die Angst schon überwunden hat: „Prima, weiter so! Du bist auf dem richtigen Weg! Du schaffst das!“ Dann bedankst du dich bei ihm, machst ein paar Schritte nach rechts vorne und bekräftigst mit der Faust, die du ballst, dass du wirklich gesund werden willst. Und dann stellst du dir vor, wie dich Kraft, Energie und Gesundheit fluten: Wie fühlt sich das an, in einem gesunden, angstfreien Körper zu sein? Schwelge in diesem Gefühl, stell´es dir ganz genau vor – und dann mach´schnell was anderes, um nicht wieder auf dumme Gedanken zu kommen… C´est tout. Das ist alles. So einfach. Die (Stress-)Hormone kommen wieder ins Lot – das ist die medizinische Erklärung. Ich habe sie ungezählte Male in den letzten Tagen gemacht – und damals, im Dezember 2016, als ich sie entdeckte, haben sie die Wende in meinem Krankheitsverlauf gebracht.

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Diese sieben Schritte haben mich jetzt davor bewahrt, wieder einen richtigen Rückfall zu bekommen. Gupta ist der Ansicht, und die kann ich durch meine Erfahrung zu 100% bestätigen, dass bei Menschen, die ME entwickeln, körperliche Erschöpfung und Stress zunächst dazu führen, dass ein ganz normaler Infekt einfach nicht so schnell wie sonst ausheilt. Wenn man sich dann nach vier bis sechs Wochen immer noch erschöpft fühlt, macht sich langsam Panik breit: „Die Ärzte finden nichts – aber was ist, wenn ich was Schlimmes habe? Das ist doch nicht normal!“ Und genau diese Panikreaktion, die man gar nicht so stark wahrnimmt, schwächt den sowieso angegriffenen Körper so, dass er den Infekt mit seinen typischen Erkältungssymptomen wie Hals- und Gliederschmerzen erstens nicht bekämpfen kann und zweitens dann auch noch die typischen ME/CFS-Symptome entwickelt wie Post-Exertional Malaise, Brain Fog, und den ganzen mistigen Rest – im Grunde unglaublich heftige Stresssymptome, meint Gupta. Nebennierenschwäche, sagen andere (dort werden die Stresshormone produziert) und meinen das gleiche. Wie gesagt: Bei mir war es ganz genau so. Aber das heißt nicht, dass es bei allen so sein muss. Vielleicht gibt es viele Ursachen für ME/CFS – bei mir hat nur Gupta ins Schwarze getroffen.

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Ich bin so erleichtert und dankbar! Wieder eine Hürde genommen! Und damit Zeit für Spaßprogramm! Vor ein paar Tagen las ich in einer Beilage der ZEIT eine köstliche kleine Ode von Karin Ceballos Betancur auf „Here comes the Sun“ von den Beatles: „Welches andere Lied wickelt sich im Intro so zärtlich … um Kopf und Herz, um dann für drei Minuten und sechs Sekunden den gesamten Gefühlshaushalt auf schwer verknallt zuschalten? Hat es jemals eine schönere Hymne auf den Frühling gegeben?

Little darling, I feel that ice is slowly melting/ Little darling, it seems like years since it´s been clear.

Wenn der Song nicht längst von ganz allein in Ihrem Kopf angesprungen ist, dann legen Sie ihn auf. Am besten jetzt. Sofort. … Von mir aus singen Sie ihn selbst, gerne laut, und dann gehen Sie da raus und nehmen den erstbesten Menschen, der Ihnen über den Weg läuft, sehr fest in den Arm.

Ich sage, das ist in Ordnung.“

Für alle, die gerade nichts auflegen können oder das Blaue Album nicht zu Hause haben – hier ein Link: Here Comes the Sun

Macht´s ganz gut, Ihr Lieben.

 

Nicht müde werden

sondern dem Wunder

leise

wie einem Vogel

die Hand hinhalten.

– Hilde Domin –

Nerven wie Drahtseile – häkeln kann sie später…

Sie ist fast so klein wie ich, unglaublich schnell und sie hat ein Gewehr. Und, wofür ich sie am meisten bewundere: Sie hat Nerven wie Drahtseile. Ich spreche von Laura Dahlmaier, der 1,62 m großen, 24jährigen deutschen Olympionikin, die schon ihre dritte Medaille im Biathlon bei den Spielen in Südkorea geholt hat. Und das gelingt ihr hauptsächlich, weil sie beim Schießen so gut wie keine Fehler macht. Sie ist ungeheuer nervenstark. Beim Interview nach der 1. Goldmedaille sagte sie (ich zitiere aus dem Kopf): „Ich habe einfach nicht geschaut, was meine stärkste Konkurrentin beim Schießen macht. Ich habe mich nur auf mich konzentriert.“ Das klingt so einfach, fast wie eine Binsenwahrheit, aber in der Realität ist das unglaublich schwer: Sich nur auf sich zu konzentrieren, nur das zu tun, was jetzt gerade ansteht – gerade, wenn es um „alles“ geht.

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Als ich das Interview anschaute, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Genau das ist es doch, was man mit Meditation auch versucht zu üben: Die Konzentration auf den Moment. Das Ganz-bei-sich-sein. Ich hadere immer noch mit dem Meditieren; es ist eine richtige Hassliebe. Ich weiß, dass es mir gut tut, es gehört zu Guptas Plan um wieder gesund zu werden von ME/CFS und ich weiß, dass es unerlässlich ist. Aber durch meine Schwierigkeiten damit muss ich mir eingestehen, dass ich ein viel hibbeligerer Mensch bin, als ich je dachte. Und die Krankheit verschärft alle meine Eigenschaften, habe ich das Gefühl. Die guten wie die schlechten. Es ist, als lebte ich unter einem Brennglas.

Diese Woche war ich für zwei Tage bei meinen Eltern und auch da hatte ich dieses Brennglas-Gefühl: Wir machten nach einem wunderbaren Forellen-Essen in einem Schwarzwälder Restaurant eine kleine Verdauungsrunde – vor genau einem Jahr war ich nach den 3000 Schritten fix und fertig, es ging hügelauf und hügelab – und diesmal? Ich hätte noch viel länger weiterlaufen können. Ich merkte deutlich, dass gerade in letzter Zeit, bestimmt auch durch das Tanzen, mein Körper so aufgeholt hat. Das hat mich sehr gefreut.

Aber ich hatte auch folgendes Erlebnis: Weil meine Eltern „Scrabble“ lieben, stand es abends auf dem Programm. Ok, mach´ ich halt mal mit, dachte ich – und fand mich unversehens mit roten Backen und hochkonzentriert über meine Buchstabenplättchen gebeugt, die ich aufgedreht hin- und herschob für immer neue Wortkombinationen. Es machte richtig Spaß! Und: Ja, es war ein Wettbewerb. Ja, ich wollte mein Bestes geben. So bin ich halt. Aber hinterher (meine Eltern haben mich beide geschlagen, Profi-Spieler, die sie sind!) bemerkte ich, dass mein Herz schneller schlug als sonst und ich gar nicht wieder runterkam. Und das kommt auch von ME/CFS, das war früher bei mir nicht so. Ich konnte mich schon immer in etwas reinsteigern, aber ich kam auch wieder runter! In diesem Moment war ich sehr überrascht und auch enttäuscht von mir selbst. Aufgedreht sein vom Scrabble-Spielen – wie lächerlich ist das denn…

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Daran merke ich ganz deutlich, welches Aufgabengebiet noch vor mir liegt: Nervenkraft stärken. Stressresistenz ausbauen. Mein Körper hat schon super aufgeholt, aber jetzt muss auch der Geist folgen. Und dazu wüsste ich nichts, was man besser in seinen Alltag integrieren könnte als Meditation. Und ich habe auch festgestellt: In letzter Zeit habe ich nur noch geführte Meditationen gemacht (Ganz tolle! Aus Plum Village z. B.) – aber es hat nicht den gleichen Effekt, wie wenn man nur still da liegt oder sitzt und auf seinen Atem achtet. Erst da muss man sich wirklich mit dem auseinandersetzen, was gerade da ist, mit seinen Gefühlen, mit seiner Unruhe und mit dem, was einen immer wieder ablenkt. Es formt den Charakter, glaube ich. Es zeigt dir viel mehr, wer du wirklich bist und auch, wo deine Probleme sind. Und es lehrt dich im besten Falle auch, dich so anzunehmen wie du gerade bist (auch als jemand, bei dem im Moment beim Scrabble-Spielen der Puls hochfährt…).

Außerdem habe ich eine ganz niedrige Frustrations-Toleranz, was Langeweile angeht, das muss ich mir eingestehen. Und ME verschärft das extrem. Stolz auf mich war ich aber, als ich nach dem Scrabble-Spielen merkte: Ich bin zwar jetzt aufgedreht, aber ich habe so viel gelernt, um mich wieder runterzubeamen: Ich habe die Vagus-Nerv-Meditation gemacht, bei der man auch auf seinen Atem achtet… und danach bin ich sofort in einen erholsamen Schlaf gefallen. Wechselseitige Nasenatmung, Yoga, „Soften and Flow“ oder Klopfen wären auch einige Möglichkeiten unter vielen gewesen.

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Dahlmaier, die siebenfache Weltmeisterin und Sportlerin des Jahres 2017, hat wohl gesagt: „Seit ich klein bin, habe ich mir vorgestellt, dass ich bei Olympia aufs Treppchen steige.“ Und jetzt tut sie es! Das spricht dafür, dass es genauso ist, wie Gupta und alle anderen, die sich mit Mind-Body-Medicine auskennen, sagen: „Die Verwirklichung aller Pläne beginnt im Kopf. Stell dir vor, du bist gesund. Fühl´, wie dein Körper sich dann anfühlt! Gesundheit beginnt im Kopf!“ Natürlich gibt es keine 100%-ige Erfolgsgarantie. Aber ohne diese Vorstellung ist es ungleich schwieriger! Interessanterweise hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) „Gesundheit“ nicht mehr als „Zustand“ definiert, sondern als „Fähigkeit“!

Was haltet Ihr davon?

Laura Dahlmaier hat übrigens nach ihrer zweiten Goldmedaille alle Interview-Termine abgesagt. Sie war zu ausgekühlt und fertig. Ja, es gehört Konfliktbereitschaft dazu, Leute zu enttäuschen, „nein“ zu sagen aus gutem Grund. Nicht gegen die anderen – nur für einen selbst. „Wenn du etwas erledigt haben möchtest, frag´ jemanden, der nie Zeit hat – er kann einfach nicht Nein sagen.“ Ja, es gehören gute Nerven dazu, ganz bei sich zu bleiben in stressigen Momenten. Marie von Ebner-Eschenbach dazu:

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Laura Dahlmaier hat gute Nerven. Das freut mich für sie. Diese 24jährige kleine Frau mit ihrem unbekümmerten Pippi-Langstrumpf-Grinsen, die nicht einmal halb so alt ist wie ich, die Top-Bergsteigerin, die in der Vorbereitungszeit für Olympia einen Fallschirmsprung gemacht hat, den ihr Trainer mit den Worten kommentierte: „Ihr kann man eh´ nichts verbieten!“ – sie ist jetzt mein Vorbild. Man braucht Vorbilder. Sie kommt noch ein paarmal dran bei Olympia. Ich drücke ihr alle Daumen.

Ich drücke ihr die Daumen – und wünsche ihr aber auch, dass sie weiß, dass man nicht der oder die Beste sein muss, um einen Wert zu haben. Alle Menschen haben den gleichen Wert, ganz unabhängig von ihrer Leistung… Aber da sie ja eine Weile nicht wusste, ob sie lieber Olympiasiegerin werden will oder Hüttenwirtin, wie sie ihrer Freundin ins Poesiealbum schrieb, ist ihr das vielleicht auch schon bewusst…

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And now for something completely different – kommen wir zu etwas ganz anderem: Spaßprogramm, wie immer hier! Ich erzähle Euch dafür einfach schnell, was mir letzte Woche passiert ist und das auch etwas mit Nervenkraft zu tun hat:

Einkaufen. Mein Mann brauchte neue Hemden. Männern geht ja beim Einkaufen der Blutdruck so hoch wie Kampfjetpiloten, das haben Untersuchungen gezeigt… Mein Mann war also in der Umkleide, und meine Tochter und ich reichten ihm immer neue Modelle nach, die er sich dann mehr oder minder unwillig vorknöpfte… Wie ich so meinen Blick über die Reihen der Kleiderständer, an denen Sakkos hingen, schweifen ließ, bekam ich plötzlich ein ganz wunderbares Gefühl: Das konnte doch nicht wahr sein! So etwas Schönes hatte ich ja noch gar nie gesehen! Da hing sie – die perfekte Damenbluse! Schwarz, mit weißen stilisierten Blüten drauf und mit Glockenärmeln – sooo schön! „Guck mal!!“, rief ich meiner Tochter ganz aus dem Häuschen zu – „meine Traumbluse! Und das mitten in der Herrenabteilung! Das muss Schicksal sein – und in meiner Größe!! Was hab´ ich für ein Glück!“

Schnell hatte ich die Bluse an mich genommen, aber als ich mich schwungvoll umdrehte und meiner Tochter zurief: „Die probier ich gleich mal an!“, wurde ich jäh von einer jungen Frau gebremst, die sich mir in den Weg stellte: „Entschuldigung!“, sagte sie freundlich, aber sehr bestimmt, „diese Bluse hatte ich mir ausgesucht!“ Und vorwurfsvoll wandte sie sich an einen Hünen, Mittzwanziger, mit enormem Vollbart, den ich überhaupt nicht wahrgenommen hatte, der sich aber neben dem Sakkoständer rumdrückte: „Und du stehst da und sagst nichts! Du solltest doch auf die Bluse aufpassen!“ – Der arme Typ war völlig verdattert und stotterte nur: „Ich – also… ich war mir nicht sicher…“ – „Du wusstest doch, dass das meine Bluse ist!!“, sagte sie nochmal mit Nachdruck. Ich musste so lachen, aber um das Ganze zu entschärfen, meinte ich: „Gell, Frauen im Kaufrausch – die kann Mann einfach nicht bremsen“ – aber ich hatte das deutliche Gefühl: Sollte er je vorgehabt haben, ihr einen Heiratsantrag zu machen, hatte er jetzt deutlich schlechtere Karten als vorher. Dieser Mann als Beschützer?? Fehlanzeige…

Tja, Einkaufen ist einfach nichts für schwache Nerven… aber wie glücklich es machen kann, wenn die gleiche Bluse in der Damenabteilung nochmal vorrätig ist!!!! Und was mich auch glücklich macht: Nächste Woche wollen wir zum Langlaufen ins Allgäu fahren (nein, nicht mit Gewehr) – ich freu´ mich schon so!! Aufs Draußensein, auf die gute Luft, auf die gleitenden Bewegungen mit den Skiern – und auch aufs Schwitzen und Schnaufen, ja, das auch…Das erste Mal wieder seit meiner Krankheit – ich bin gespannt, wie es gehen wird, aber sehr zuversichtlich… Ich berichte Euch dann!

Ich wünsche Euch schöne Winterwochen, passt gut auf, dass Ihr Euch keine böse Grippe einfangt!

PS: Auch wenn das die Überschrift vielleicht nahelegen mag: Ich habe gar nichts gegen Handarbeiten wie Häkeln, im Gegenteil, ich stricke sogar sehr gern… soll auch ganz doll die Nerven beruhigen übrigens! Alles Liebe!

 

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Stürmische Zeiten? Ab in die Dusche!

Meine Tage werden immer grauer. Und das ist eine super Sache. Aber bevor ich euch erzähle, was es damit auf sich hat, wollte ich euch schnell noch was fragen – kennt ihr das auch, dass ihr an manchen Tagen den Absprung aus der Dusche nicht schafft?

Dieser Text wäre fast nicht geschrieben worden – einfach, weil ich heute Morgen beinahe nicht aus der Dusche gekommen wäre. Beinahe hätte ich immer weiter geduscht, stundenlang, tagelang… Ach, das ist aber auch zu gemütlich da drinnen – ich ziehe den weißen Duschvorhang vor und schon gehört diese kleine, kuschlige viereckige Welt mir, mir ganz allein – hier ist es so, wie das Leben sein sollte: warm und gemütlich. Ich muss nichts tun, nur dastehen und ein wenig von links nach rechts schwanken, um den warmen Wasserstrahl gleichmäßig auf meinem Rücken zu verteilen. Dabei schaue ich dem Duschvorhang zu, der sich, von Wassertropfen getroffen, ein bisschen zittrig bewegt – und genauso fühle ich mich an manchen Morgen eben auch: leicht zittrig – und sehr, sehr müde, unfähig, anderes zu tun, als mich immer mal wieder unter dem warmen Wasserstrahl zu wenden – Bauch, Rücken, Bauch…

Ab und zu muss ich natürlich den Wasserhebel ein winziges Ruckerchen nach links bewegen, damit heißeres Wasser nachkommt – und oh, dieser herrliche Moment, wenn das Wasser dann so heiß meinen Rücken herabläuft und mich am ganzen Körper mit wohligen Schauern überzieht…. Das kann süchtig machen. Die kalte Welt mit ihren Forderungen, mit Überweisungen, Emails und Wäsche bleibt ausgesperrt und hier drinnen, in meinem immer dämpfiger werdenden Karré, ist alles in perfekter Ordnung. Unmöglich, dieses Wohlsein jetzt zu beenden.

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Um die Aufschieberei vor mir zu rechtfertigen, versuche ich, mich nur auf das zu konzentrieren, was ich gerade spüre – das Wasser auf meinen Armen und am Nacken, die feuchte Luft in meiner Nase – dann geht das ja immerhin als Achtsamkeitsmeditation durch! Als ich 2016 so krank war mit ME/CFS, war Duschen oft die einzige Aktivität am Tag, für die meine Kraft gereicht hat. Daran erinnere ich mich mit Schaudern… Aber duschen beruhigt die Nerven und heilt auf seine Weise, bestimmt… allein das Geräusch von plätscherndem Wasser soll unglaublich heilsame Kräfte haben, bitte, das habe ich nicht erfunden… und ich bin ja immer noch nicht ganz gesund… Gleich noch ein bisschen heißer stellen… ooooohhhh jaaa…. Hätte ich höfliche Mitbewohner, die mich nach einiger Zeit fragen würden, ob man mir nicht einen Schluck Kaffee oder eine Butterbrezel reinreichen solle, würde ich antworten: Nein, danke, meine Lieben, alles bestens. Ich vermisse hier drinnen nichts, gar nichts… Könnte man nicht sein ganzes Leben in der Dusche verbringen, frage ich mich? An manchen Tagen scheint mir das nicht die schlechteste Wahl zu sein – wenn es draußen wild stürmt und regnet, so wie im Moment, wäre der Unterschied gar nicht allzu groß – nur wärmer ist es hier drinnen…

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Tja, aber irgendwann vertreibt mich das schlechte Gewissen wegen der Wasserverschwendung oder meine rissig werdende Haut oder ein Nachduscher halt doch aus meinem kleinen Paradies. Zuvor haue ich mit einem Ruck den Wasserhebel nach rechts und brause mir die Füße bis zu den Knien ab – eiskalt, aber sowas von eiskalt. Ich bilde mir ein, dass mich das auf das harte Leben mit seinen Stürmen außerhalb des Badezimmers vorbereitet, in das ich jetzt trete und in dem die Spiegel komplett beschlagen sind… Puh, das Leben geht weiter…

Also, meine lieben LeserInnen – kennt Ihr das auch?

So, jetzt könnte ich ja weiterschreiben – wo war ich gleich? Irgendwas mit grau – aber wisst Ihr was? Ich glaube, das heiße Duschwasser hat alle meine Einfälle vorerst weggespült. Ich muss Euch leider vertrösten – so wie die Deutsche Bahn gestern aufgrund des Sturmes „Friederike“ alle Reisenden vertrösten musste. In der Zeitung lese ich von einem armen Kerle, der nach Äthiopien fliegen wollte, aber weil die Bahn nicht fuhr, kam er nie am Flughafen an. Nach einem für ihn langen und nervenaufreibenden Tag lag er abends wieder im vertrauten Bette. Ach, da hätte er auch morgens einfach weiterduschen können…

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Ihr fragt nach Spaßprogramm, wie immer an dieser Stelle? Was wohl?!

Ich melde mich wieder, bald. Versprochen.

 

„Kommst du mit? – „Wohin?“ – „Auf dumme Gedanken.“

– Verfasser unbekannt –

Vögel, die den Kater verjagen

Mitte November kam ich am späten Nachmittag, als es schon dunkel war, mit einer Freundin am Haus des Nachbarn vorbei, auch ein guter Freund. Er beklagte sich: „Jetzt wird es schon so früh dunkel, und es dauert noch so lange, bis es sich wieder dreht!“ Ich sagte zu ihm: „Es sind doch nur noch vier Wochen, dann geht´s wieder andersrum! Und an meinem Geburtstag, am 6. Januar, kann man morgens schon die Vögel zwitschern hören. Es wird doch!“- „Nein“, meinte er, „fünf Wochen sind es noch, fünf! Und dann dauert es ja nochmal fünf Wochen, bis es wieder so lange hell ist wie jetzt!“ Das alles sei doch ganz schrecklich. Als meine Freundin sagte, dass sie sogar schon an Neujahr festgestellt habe, dass die Vögel ihr Frühlingszwitschern begonnen hatten, wollte er das gar nicht glauben. Wir verabschiedeten uns und im Weggehen meinte meine Freundin kichernd zu mir: „Wie gut, dass wir hochsensibel sind!“ Ich muss jetzt noch lachen, wenn ich daran denke – es kommt ja nicht so oft vor, dass unsere hohe Sensibilität einen Vorteil darstellt… Und was soll ich sagen? Heute ist der 6. Januar, mein Geburtstag; es ist 7 Uhr 15 und gerade habe ich noch das Käuzchen gehört, das schon lange lange nicht mehr da war und mich sehr darüber gefreut – und nun zwitschert es draußen ganz vielstimmig… ist es nicht wunderbar? Der Frühling kehrt zurück und mitten im Winter kündigt er sich schon an…

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An Neujahr hatte ich einen Hänger – einem Freund schrieb ich: „Ich bin schon so lange krank, bin so bei 60, 65% meiner ehemaligen Kraft – ich würde so gerne wieder was arbeiten, was „leisten“, ich vermisse das wirklich…. es gibt eine Stimme, die sagt, ich sei nutzlos so… dann gibt es auch andere Stimmen, die sagen: Kompletter Blödsinn! Genieß die Zeit! Du hast es doch luxuriös! Und solange du noch nicht richtig gelernt hast, auf dich und deine Kräfte aufzupassen und einfach zu akzeptieren, dass sie und deine Zeit begrenzt sind, ist es gerade gut, dass dein Körper dir deutlich signalisiert, dass du noch nicht anfangen kannst zu arbeiten… wahrscheinlich hadere ich mit unserer Vergänglichkeit im Tiefsten, oder was meinst du? … Vielleicht sind wir Menschen aber einfach nie zufrieden, ich weiß es nicht…“

Letztes Frühjahr war ein einziges rauschendes Fest für mich, weil ich so deutlich spürte, wie meine Kräfte zurückkehrten. Jetzt geht es natürlich nicht mehr so schnell und an vieles habe ich mich schon wieder gewöhnt – dass ich wieder einkaufen kann, lange Spaziergänge machen, etc.. Der Rausch ist verflogen; an Neujahr setzte der Kater ein.

Als ich mich am Neujahrsnachmittag beklagte, dass ich so viel tun sollte – Haus entrümpeln, Überweisungen schreiben, usw. und noch lange keine Kraft hätte um zu arbeiten, sagte meine Tochter zu mir: „Du musst erstmal gar nichts. Nichts!“ Als sie am nächsten Abend in mein Zimmer kam, meinte sie: „Mann, Mama, hier müsste man mal aufräumen!“ – „He, du hast doch gesagt, ich muss gar nichts!“ – „Gut, Mama! Du hast den Test bestanden!“

Sie hat ja Recht, zum Glück. Eigentlich muss ich gar nichts. Die Welt geht nicht unter, wenn ich jetzt nicht so funktioniere wie früher. In meinem Fall nicht, aber ich denke an die vielen, von deren Kraft eine ganze Familie abhängt oder die niemanden haben, der für sie sorgt. Das ist so unendlich hart.

Ganz am Anfang meiner Krankheit, vor ca. anderthalb Jahren, träumte ich, dass ich an einem Strand am Rande eines Pinienwaldes lag. Ein alter Mann, ein Weiser, kam vorbei und ich sagte zu ihm: „Ich bin so krank! Ich habe ME/CFS! Ich kann nicht mehr! Werde ich jemals wieder gesund?“ – „Ja!“, lächelte er. „Wie lange dauert es noch?“ – „Es dauert so lange, wie diese Pinienzapfen hier zum Reifen brauchen.“ Ich wusste damals nicht, wie lange das dauert, aber ich befürchtete, mehrere Jahre – „So lange? Wie schaffe ich das?“ – „Du musst dich in Geduld üben.“ – „Wie bekommt man Geduld?“ – „Nur durch üben. Je mehr üben, desto mehr Geduld.“ – „Und was hab´ ich am Ende davon?“ – „Vollkommene Gesundheit – und Weisheit.“ Als ich aufwachte, war das Erste, was ich nachschaute, wie lange Pinienzapfen brauchen um zu reifen. Es sind drei Jahre. Ich war geschockt – aber immerhin hatte der Weise mir Gesundheit versprochen! Und sogar Weisheit! Die Hälfte hab´ ich jetzt rum. Ich gebe viel auf Träume.

Und wie ich hier so gemütlich im Bett liege mit meinem Laptop und den Vögeln zuhöre und merke, wie es draußen heller wird, freue ich mich einfach nur – dass ich wieder gesund werde, dass ich Geburtstag habe, dass heute Nachmittag meine große Familie kommt, wir werden 12 bis 17 Leute sein, so genau weiß man das nie… meine Kinder haben mir Mut gemacht, den Geburtstag wirklich zu feiern, als ich nicht wusste, ob ich das kräftemäßig packe: „Dann bestellen wir halt abends Pizza!!“ – (KISS, wisst ihr noch? (Keep it simple and stupid))… So machen wir´s… Und eine andere Freundin bringt mir als Geburtstagsgeschenk eine Torte mit, ist das nicht wunderbar? Und meine Mama auch…

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Meine Tochter hat eine sehr liebe Freundin, die ihr einen wunderbaren Spruch geschickt hat. Sie hat ihn an mich weitergeleitet, als sie merkte, dass es mir nicht gut ging. Das hat mich sehr gerührt. Er ist der eigentliche Anlass für diesen Beitrag, denn ich wollte ihn Euch nicht vorenthalten:

„Healing comes in waves

and maybe today

the wave hits the rocks

and that´s ok, darling,

you are still healing

you are still healing.“

 

„Das Heilwerden geschieht in Wellen

und vielleicht trifft die Welle heute

auf einen Felsen

und das ist schon in Ordnung, Liebling,

du heilst dennoch,

du heilst dennoch.“

 

– Ijeoma Umebinyuo –

 

Als ich besonders mutlos war an Neujahr, kam eine Nachricht einer Freundin.  Sie hat mich aufgeheitert und aus meinen selbstmitleidigen Gedanken geholt… Hättet Ihr Lust jemandem, der es gerade schwer hat, eine Freude zu machen? Anzurufen, eine Whats-App-Nachricht oder ein Kärtchen zu schreiben? Oder sogar vorbeizugehen? Das wird dann ein doppeltes Spaßprogramm, das an dieser Stelle ja immer kommt – für Euch und für die anderen…

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So, jetzt gehe ich duschen… und unten im Haus rumort es schon… diesen Tag lass´ ich jetzt ganz gemütlich anrollen! Bis bald, Ihr Lieben!