Woouuuhooouu! „Ein neues Leben“ ist preiswürdig!

Nein, es ist keine 6000 Köpfe zählende Jury gewesen, bestehend aus Hollywood-Granden wie bei den Oscars, sondern viel besser: Es war Fay von „madebyfay“, die meinen Blog „Ein neues Leben“ für den „Versatile Blogger Award“ nominiert hat! „Versatile“ bedeutet ungefähr so viel wie „vielseitig, geschickt“ – es ist also eine „Auszeichnung für einen tüchtigen Blogger“ – ich fühle mich sehr geehrt! Danke, Fay!

Bild 17.04.18 um 16.45

Da die Blogosphäre ihre eigenen Regeln hat, bedeutet diese Nominierung, wenn ich sie annehme – was ich hiermit tue – dass ich die Auszeichnung auch gleich gewonnen habe! So einfach geht das in der Bloggerwelt! Und was passiert jetzt? Äh – nichts weiter. Außer dass die Bedingung, unter der ich die Auszeichnung annehmen darf, ist, dass ich sieben Dinge von mir selbst erzähle und einige weitere Blogs für diese Auszeichnung nominiere, die ich gut finde… Oh je, sieben Dinge – Ihr wisst doch eh schon alles über mich… wir probieren´s trotzdem mal und langweilen Euch mit Sachen, die Ihr gar nicht wissen müsstet, um auch so ganz hervorragend weiterzuleben:

  1. Ich wurde in dem kleinen Dörfchen Ottenbach, Kreis Göppingen, auf der Schwäbischen Alb geboren. Idyllisch, und sehr ruhig. Im Nachbarort Waldstetten, wo mein älterer Bruder zur Welt kam (ich habe vier davon), geht´s lebhafter zu: Waldstetten ist die Gemeinde mit den meisten Vereinen Deutschlands pro Kopf – ca. 70 bei ca. 7000 Einwohnern! Und jeder Einwohner ist Mitglied in mindestens 25 von ihnen – oder so – meine ich mal gelesen zu haben…
  2. Bei uns im Flur hängt eine nackte Frau. Also, eine Kohlezeichnung einer nackten Frau, die von der Trägerin des „Versatile Blogger Awards“ im Aktzeichnenkurs selbst angefertigt wurde und die sie (und vielleicht nur sie) für sehr gelungen hält. Dafür erntet sie von den Handwerkern, die die Spülmaschine reparieren sollen, schon mal erstaunte bzw. anzügliche Blicke – und diese Frau ist ein Grund unter vielen, weshalb meine Kinder ihre Mama manchmal unerträglich peinlich finden…
  3. Ich bin eher eine „Fliegerin“ im Gegensatz zu vielen anderen, die „Taucher“ sind. Was das heißen soll? „Taucher“ sind diejenigen, die im Alter von acht Jahren beschließen, Konzertpianistin/Experte für spätmittelalterliche Buchmalerei/Arktisforscher, etc. zu werden und die dieses Ziel konsequent verfolgen. „Flieger“ sind die, die vieles im Leben ausprobieren, und die ganz typischerweise auch verschiedene berufliche Standbeine haben. „Vielbegabt“ nennt man uns mittlerweile in Fachkreisen, weil es uns leicht fällt, uns in alles mögliche einzuarbeiten – andere Zungen behaupten, wir hätten nur eine niedrige Frustrationstoleranz, was uns aber nicht davon abhält, uns weiter ständig für neue Dinge zu begeistern… Wir können nicht anders. Ansonsten würden wir das Leben für ein Gefängnis halten. Und von wegen niedrige Frustrationstoleranz!! Ich wüsste nicht, was ich stärker durch ME/CFS gelernt hätte als Frustrationen auszuhalten und an Sachen dranzubleiben, auch wenn sie schwerfallen! (Stichwort Meditation…).
  4. Hängt mit 3. zusammen: Ich bin total neugierig. Neu-gierig – deswegen passt mein Beruf als Journalistin sehr gut zu mir. Ich halte mir allerdings zugute, dass es überhaupt nicht Klatsch und Tratsch sind, die mich interessieren, sondern die ganze, große Welt da draußen! Und was sie im Innersten zusammenhält…
  5. Es vergeht keine Woche, in der ich nicht neue Rezepte ausprobiere. Jeden Samstag Morgen hole ich mir die aktuellsten Tim-Mälzer-Kochheftchen her oder diverse Kochbücher wie Deliciously Ella und mache voller Vorfreude einen Kochplan für die gesamte nächste Woche, mit dem ich dann zum Einkaufen ziehe (und an den ich mich dann natürlich nicht halte…) „Kannst du nicht mal wieder was kochen, was wir schon kennen?“ – diese Beschwerde meiner Kinder habe ich schon oft gehört. Aber wer den Plan macht, hat die Macht. Außerdem genieße ich das Handwerkliche, das Schnippeln, Rühren, Brutzeln am Kochen…  Und ich liebe meine Gewürze! (Hatte ich erwähnt, dass ich das Essen daran auch gut finde?)
  6. Während meines Studiums habe ich ein halbes Jahr lang in Wales studiert (DAAD-Stipendium) und dieses Land mit seinen magischen Küsten, seinen total liebenswürdigen Einwohnern und seinen „Welsh Cakes“ lieben gelernt. Wir haben noch Freunde in Cardiff, die wir ab und zu sehen, was mich sehr freut.
  7. In meiner Schreibtischschublade finden sich zwei vergilbte Zettel, die schon seit 35 Jahren dort liegen und jeden Umzug mitgemacht haben. Auf dem einen steht: „Oh Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen!“ (Augustinus) und auf dem anderen: „Großer Gott, lass auch meine Seele zur Reife kommen, bevor du erntest.“ (Selma Lagerlöf).                                                                  Jetzt wisst Ihr also zwei Herzenswünsche von mir. Ich mache mir keine Sorgen, dass meine Ende nahe sein könnte, denn zu tanzen habe ich gerade erst angefangen … und bis diese Seele reif ist – das dauert noch…

 

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Nun zu den Blogs, die ich toll finde: Natürlich den Blog von Fay, die wunderschöne aquarellierte Tuschezeichnungen mit viel Können, Liebe und Herz anfertigt:  madebyfay

Sie hat ja schon den gleichen Award, deswegen kann ich sie nicht mehr nominieren. Aber dafür nominiere ich…

1. Claudia, die ME/CFS hat wie ich, die aber die Kunst beherrscht des  zufrieden leben mit kleinen schritten  – bewundernswert!

2. Angela, die ebenfalls ME hat und die unglaublich kreativ damit umgeht: Die MEmi-Philosophie

3. Lukas, der Krebs überstanden hat, und uns jetzt an seinen Einsichten, die er gewonnen hat, teilnehmen lässt: Mindful Survivor

4. Die wilde Susie, die Brustkrebs hatte und jetzt ihr Leben wieder in vollen Zügen genießt: Susie Lindau´s Wild Ride

Daneben gibt´s natürlich auch tolle Blogs, die gar nichts mit Krankheiten zu tun haben:

5. Immer wieder lache ich mich schlapp über die Beiträge von Karo-Tina Aldente, die es schafft, interessante Rezepte mit witzigen Geschichten aus ihrem Schrebergarten-Alltag zu verbinden (und der ist aufregender, als das jetzt klingen mag!)

oder bin ich berührt von

6. Julias Posts in Freudenwege, die in kurzen, knappen Beiträgen (wie macht sie das nur?) ganz viel Tiefsinniges unterbringt und die einem die Schönheiten des Alltags aufzeigt… immer mit gelungenen Fotos!

7. Ein Neuzugang in meiner Blog-Bibliothek ist Robert, den ich dafür bewundere, wie er beim Aquarellieren mit Licht und Schatten umgehen kann, besonders bei seinen Akten: Watercolor Atelier

8. Immer wieder gerne schaue ich auch bei der jungen Designerin Danielle vorbei: di design und auch beim einzigen Musik-Blog auf dieser Liste, dem ich einige Neuentdeckungen verdanke:

9. Call Me Appetite aus der Schweiz

Zum guten Schluss, auch wenn sein Blog noch relativ jung ist:

10. Tilman von Ich – Lass es raus…, der in knappen Worten mit wunderbaren Fotos überzeugt.

Hier ist übrigens der Link zu den Teilnahmebedingungen: Versatile Blogger Award – Rules .

Gibt´s denn diesmal auch Spaßprogramm? Ja, klar – einen Buchtipp! Leute, das müsst Ihr lesen oder anhören:  „Es ist nur eine Phase, Hase – ein Trostbuch für Alterspubertierende“ von Maxim Leo und Jochen Gutsch, zwei preisgekrönten Journalisten, die ihre eigene Altersgruppe (frischgebackene 50er)  – und damit auch die meine – unter die Lupe genommen haben und deren absonderliche Aktivitäten beschreiben… Kostprobe gefällig? Unter dem Stichwort „Wurstpellen-Mann“ heißt es:

„Als mein Freund Stefan bei einem gemeinsamen Abendessen verkündete, nächstes Jahr laufe er einen Marathon, sagte ich spontan: „Ich auch!“

Vielleicht war es der Alkohol. Aber ich fand die Idee irgendwie gut. Es war eine Herausforderung, und was braucht ein Mann in meinem Alter? Genau.

Meine Frau sagte: „Warum muss es denn gleich ein Marathon sein?“

Gute Frage. Aber ich hörte sie kaum noch, denn ich zog bereits durch die Sportgeschäfte, um mich auszustatten. Ich kaufte Laufschuhe mit verstärkter Sohle und Lunarlon-Dämpfung, eine Laufuhr mit Pulsmesser und GPS, Laufsocken mit Achillessehnenprotektion und eine extrem enganliegende Laufhose mit klimaregulierender CCR-Technologie. Auch wenn ich nicht wusste, warum in meiner Hose ein Klima reguliert werden musste. …“

Frauen kommen auch nicht besser weg – ein Buch für alle also. Auch für Jüngere oder Ältere, wie die Rezensionen im Internet beweisen… Viel Spaß!!

 

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Ich wünsche Euch, dass Ihr die kommende Schönwetterperiode in vollen Zügen genießen könnt! Beim Joggen mit und ohne klimaregulierter Laufhose, beim Gärtnern, oder, wenn die Kraft für solche Dinge nicht reicht, beim In-der-Sonne-Sitzen und Eis essen… oder wenn nicht einmal das möglich ist (viele ME-Kranke sind sehr lichtempfindlich), wenigstens beim Eis essen… (Eis geht immer, oder?)

 

„Hast du gehört? Der Winter ist vorbei! Nelken und Basilikum platzen vor Lachen.“

– Rumi, „Die Musik, die wir sind“ –

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9 Gedanken zu “Woouuuhooouu! „Ein neues Leben“ ist preiswürdig!

  1. Lang, aber da ich hier im Wartezimmer meines Hausarztes sitze seeehr unterhaltsam. In wessen Wartezimmer? In des Hausarztes Wartezimmer. Klingt irgendwie altklug, wenn man so schreiben tut.

    Da bin ich ja sofort wieder hingerissen auch einen Beitrag zu schreiben. So wie der Marathonmann in spe sich gleich zu dem „ich auch“ hinreißen lässt. Hoffen wir, dass er nicht später (weil er es ja auch gleich RICHTIG machen wollte) mit einer Achillessehnenreizung an seiner Entscheidung zweifelt. Drücken wir dem Antagonisten die virtuellen Daumen.

    PS: wenn mich jemand als Blogger nominiert, dann nur weil er meine sprachliche Unschärfe einfach mit journalistischem Mitgefühl und Humor übersieht. Aber Bilder zählen ja auch 😉 Danke

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    • Ach, Tilman, das ist ja interessant – ich saß heute auch schon in meiner Hausärztin ihrem… nee… dem Wartezimmer, wo meiner Hausärztin…? Nee… in meiner Hausärztins Wartezimmer. Puh, das war schwierig!!

      Nein, der Marathon-Mann kriegt keine Achillessehnenreizung, weil er doch Socken mit eingebauter Protektion gekauft hat! Wenn allerdings die Wunderlaufhose die Klimaregulation versagt, dann gute Nacht… bzw. dann wird es eine sehr ereignislose Nacht… 😉 Ja, wir drücken ihm die Daumen!

      PS: Es gibt Blogger, die schreiben. Es gibt Blogger, die machen Fotos. Und dann gibt es Blogger, die machen beides. So vielfältig und wunderbar ist die Welt! 😉 Gerne!!

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  2. Hallo liebe Carola,

    Ich gratuliere Dir 10000 mal, das ist ja super !!! Dein Stil ist einfach umwerfend und dann immer noch was Positives zum Schluß, super ! Liebe Grüße Edith

    Von meinem iPad gesendet

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  3. Carola, I love this post. Thank you for the kind mention. Your mention of studying in Wales caught my attention. My grandmother lived in Llangollen, Wales, with her family. Her father came to Canada and worked until he could pay to send for his family. They came over by ship when my grandmother was 7 years old. My mother used to tell me stories that my grandmother told her about their little town. It was all magical to me. I wish you good times with your drawing!

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    • Fay, yes, I have of course heard of LLangollen, but I have never been there. I saw quite a bit of Wales, though, being in the rambling club and on the university´s table tennis team. I enormously enjoyed exploring the Welsh countryside on Sundays – it´s so green, even in winter, nice and hilly and the sea is just magical. There were beaches that were so remote and wild you expected a Knight in Shining Armour with a gorgeous horse appearing at any time… it´s really worth while visiting – especially when it´s your ancestor´s home country! How interesting!!
      And I remember very well that what I liked my grandma most to do was to tell me stories of when she was a child…
      Thank you so much for your praise and your good wishes – I really appreciate that – and the same to you!!

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  4. Du hast es definitiv verdient. Wie Du Dich der Krankheit und der gedämmten Schulmedizin entgegengestellt hast ist bewundernswert. Mit viel viel Eigeninnitiative, Selbstbewusstsein und Mut hast Du Dich auf den Weg gemacht. Besonders herauszuheben ist, dass Du dabei nicht nur an Dich selber gedacht hast sondern Dein Wissen über den Blog weitergegeben hast. Du hast dabei eine tolle Verbindung gefunden Deine Krankheit mit Deiner Leidenschaft für‘s Schreiben zu verbinden. Damit hast Du schon vor langer Zeit den Grundstein für Deine Genesung gelegt. Wunderbar, dass ich mit solch einer tollen Frau jetzt schon fast 30 Jahre zusammen sein darf.

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  5. Pingback: Awarde in Zeiten der Cholera – | Karo-Tina Aldente

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